Daniel: Welchen Einfluss hat die Werbung auf die Kundenerlebnisse und wie kann sie allenfalls gar zu einer höheren Kundenzufriedenheit beitragen? Inwieweit müssen Werbung und Customer Experience zusammen gedacht werden? Willkommen zu einer weiteren Ausgabe von BeyondCXM, Customer Experience Management weitergedacht. Mein Name ist Daniel Renggli, Marketing und CX gehören zu meinen Passionen. Mit diesem Podcast und den in sozialen Medien fortgeführten Diskussionen will ich zusammen mit meinen Gästen das Thema Customer Experience Management breiter beleuchten und weitertragen - aus der bestehenden CX-Community hinaus. Mein heutiger Gesprächspartner: Dennis Lück, einer der beiden Geschäftsführer der Kreativagentur brinkertlück. Herzlich willkommen, Dennis!
Dennis: Dankeschön und schön, dass ihr alle zuhört. Hallo zusammen!
Daniel: Ja, Dennis, du gehörst eigentlich zu den Rockstars der Werbeszene in Deutschland und der Schweiz. Aber für diejenigen, die Dennis nicht kennen, Dennis Lück gründete 2021 zusammen mit Raphael Brinkert seine eigene Agentur, brinkertlück, die gleich mit zwei Standorten in Deutschland und in der Schweiz an den Start ging. Die Agentur ist für namhafte Unternehmen wie Salt, die deutsche SPD, die Zürichversicherung, Zürich Tourismus, Hyundai, Pepsi, Deutscher Fußballbund oder auch den HC Davos tätig. Nur ein Jahr nach der Gründung wurde brinkertlück zur Agentur des Jahres ernannt. Dennis Lück wird von der Presse, vom Tagesanzeiger bis zur Schweizer Illustrierten als kreativster und erfolgreichster Werber der Schweiz bezeichnet. 2017 wurde er zum Werber des Jahres ernannt. Dennis ist regelmässig Jury-Mitglied bei allen relevanten Awards rund um den Globus sowie gern gesehener Interviewgast und Keynote-Speaker. Seine Karriere in der Werbewelt startete im Jahr 2002 als Textpraktikant bei Scholz & Friends in Hamburg. Schon nach vier Jahren wurde er dort zum Creative Director ernannt und weitere vier Jahre danach wurde er damals erst 32-jährig zum Geschäftsführer befördert. 2010 folgte der Wechsel in die Schweiz, verbunden mit der Aufgabe, Scholz & Friends Zürich am Markt zu etablieren. Ende 2011 übernahm Dennis dann die kreative Leitung bei FCB Zürich, einer Agentur, die er in einen kreativen Hotspot verwandelte und auf Platz 1 im Kreativ-Ranking führte. 2016 folgte dann der Wechsel zu Jung von Matt/Limmat, wo er als Chief Creative Officer und Mitinhaber verantwortlich für den kreativen Output der Agentur zeichnete. Nicht weiter verwunderlich gelang es Dennis Jung von Matt als Dauer Nr. 1 im Kreativ-Ranking zu etablieren. Fünf Jahre führte er das Creative-Ranking der Schweiz an, ein noch nie dagewesener Rekord. Herzliche Gratulation, Dennis! Zusätzlich zu seinem Engagement in der Kommunikationsbranche wurde Dennis 2019 von der NZZ am Sonntag zu einem der vier offiziellen Gastkolumnisten ernannt. Nebenbei engagierte er sich im Bereich Bildung und hat für seinen Heimakanton Aargau an der Zukunft der Maturitätsprüfung mitgearbeitet. Dennis und ich kennen uns übrigens primär, weil wir beide in Wohlen, eben im Kanton Aargau, wohnen. Ja, Dennis, was sollten unsere Zuhörerinnen und von dir wissen?
Dennis: Dass ich Schlagzeuger bin in einer Punkband bzw. in zwei Punkbands. Eine Punkband ist hier in der Schweiz, auch im Kanton Aargau. Das ist die Band Giftstoff. Und es gibt noch eine Punkrockband in Deutschland. Da bin ich auch immer noch aktiv und die heißt Ultrahocherhitzt. Genau, das darf man auch noch wissen.
Daniel: Ja cool. Ich bin ja eigentlich spät zu Punk gekommen, habe damals als Punk so richtig abging in der Punk-Szene, habe ich noch an der Jazz-Schule Schlagzeug studiert übrigens. War auch Schlagzeuger. Und höre aber heute sehr gerne Punk. Also müsste da mal reinhören bei deinen beiden Bands. Das habe ich mir schwer vorgenommen.
Dennis: Hehehehehe
Dennis: Sehr gut.
Dennis: Super.
Daniel: Und sonst privat...
Dennis: Ja, privat, also ich lebe ja hier im wunderschönen Wohlen. Darf auch gerade die erste Sommersonne hier genießen. Lebt dort mit der Familie mit drei Kids und zwei lästigen Katzen. Davon schwirrt hier die ganze Zeit um mich herum. Ich hoffe, die stört nicht unsere Aufnahme. Genau, lebe hier seit mittlerweile 14 Jahren tatsächlich in Wohlen im Aargau. Fühle mich da auch total wohl, fühle mich auch generell wohl in der Schweizer Kreativszene in die ich dann wie eintreten durfte. Total wohl. Finde die Schweiz als Kreativland ist wirklich grandios. Und kenne ja den Vergleich. War ja vorher in Deutschland. Deshalb darf ich einmal kurz den Vergleich ziehen und fühle mich da wirklich pudelwohl aufgehoben als Kreativer in so einem schönen Land.
Daniel: Cool, freut mich zu hören. Ja, jetzt zum Thema Werbung und Customer Experience. Zuerst generell vielleicht zur Werbung im Allgemeinen. Wie unterscheidet sich die Werbung von heute gegenüber der Werbung vor 20 Jahren? Also 2006, als ich selbst eine Werbeagentur gründete, zusammen mit einem anderen Wohler übrigens. Was würdest du sagen, wie hat sich die Werbung in den letzten 20 Jahren verändert?
Dennis: Ist es so radikal anders. Alles ist anders. Nichts ist mehr wie es mal war. Also vielleicht kann ich das anhand von wenigen Beispielen erzählen, wie die Welt damals war, wie sie heute ist. Als ich in der Branche anfing, ist man noch durch die Welt geflogen um Vogelfedern zu fotografieren. ich erinnere mich noch, dass es ein Shooting gab in Miami für eine Vogelfeder, weil man da eine ganz bestimmte Feder gebraucht hat und dann ist man dort zehn Tage hingeflogen oder ich war noch zwei Wochen in Kapstadt, für Captain Igloo auf irgendeinem Schiff Filme zu drehen. Das würde man heute an einem Tag machen und versuchen mit KI fertigzustellen. Also das ist schon mal das eine. Und das andere ist, als ich angefangen habe und 20 Jahre ist jetzt ja nicht ein riesiger Zeitraum, da hatten wir noch drei starke Kanäle und sonst nix. Das war TV, alles, was mit Printmedien und mit Funkmedien zu tun hatte. Und heute haben wir eine Anzahl und eine Vielfalt von Kanälen, die riesig es fast nicht mehr zu überschauen ist und haben das gleiche Budget. Ich glaube, das ist so der größte Unterschied.
Daniel: Hahaha.
Dennis: Früher hatte man die ganze Kohle und konnte sie auf drei Kanäle verteilen. Heute hat man das gleiche Geld, aber hat irgendwie 20 Kanäle vor sich und muss es aufsplitten. Also ich glaube, das ist so der größte Unterschied. Und ich glaube, was man auch sagen kann, ist, wie funktionierte die Branche damals, wie funktioniert sie heute? Also auch da hat sich die Gesellschaft geändert. Damals wir Kreativen insbesondere, von uns hat man erwartet, dass wir wirklich rund die Uhr kreativ sind, dass wir mit jeder Faser unseres Körpers der Agentur gehören, Tag und Nacht arbeiten. Also ich erinnere mich, damals haben wir Ferien genommen, mal in Ruhe arbeiten zu können. Also so absurd das klingt. Da wurden dann Ideen produziert, auf die man richtig Lust hatte. Das hat man dann seinen Ferien getan. Und heute ist natürlich das eine ganz andere Branche. Heute ist es fast, will nicht sagen, nein, to five. Dafür sind wir noch ein bisschen entfernt. Aber es ist sehr viel geregelter. Die Arbeitszeiten sind geregelter. Also damals hatten wir 80, 90 Stunden pro Woche haben wir gearbeitet und kreative Ideen zaubern müssen. Heute ist das tatsächlich viel, viel entspannter und relaxter und auch geordneter, wie das alles abläuft. Das auch ein bisschen so die Einstellung der nachwachsenden Generationen hat das natürlich bewirkt. Also ehrlicherweise vom Arbeiten her ist es viel, viel angenehmer, weil man sieht auch noch was von der Welt und hat noch was vom Leben danach. Das tut uns Kreativen ja ehrlicherweise gut. Aber der Job hat sich radikal geändert. Das muss man wirklich einmal so laut sagen.
Daniel: Das kann ich mir vorstellen, bzw. ich habe das teilweise miterlebt, also schon in ein paar Jahren, wo ich noch in der Werbung steckte. Und natürlich auch als Marketingleiter habe ich da schon mitgekriegt, was da abgeht. eben du sagst es, also mit dem gleichen Budget, das ging mir genauso als Marketingleiter, mit dem gleichen Budget eben das zu machen, was man früher vielleicht auf drei Kanälen gemacht hat, heute auf 20 Kanälen. Aber eben das führte ja letztendlich auch dazu, dass man kreativ werden muss und das liegt ja sicher besonders.
Dennis: Richtig. Richtig. Ja, also es gibt ja auch eine Sache, die sich nicht geändert hat seit damals. Die beste Idee gewinnt. Das ist noch genau gleich geblieben. Wenn man exzellente Ideen besitzt als Marke, man kann diese exzellenten Ideen umsetzen in Kommunikation, dann funktioniert etwas. ich glaube, daran hat sich ja Gott sei Dank gar nichts geändert. Nur heute muss man wirklich aufpassen. Wo geht man damit hin? Und
Daniel: Hm.
Dennis: Da wir jetzt eingeschränkt sind, da die Budgets kleiner geworden sind, zwingt es uns fast wie neu zu denken. heißt, Kreativität spielt in anderen Bahnen statt. Wenn man weiß, dass Budget ist beschränkt, muss man noch erfinderischer werden, ein vermeintlich kleines Budget zu etwas Großen zu machen. Das heißt, wir sind viel, viel gefordert in dem, was wir jetzt gerade tun, durch die neuen Rahmenbedingungen. Aber es ist ja Kunst.
Daniel: Was man vielleicht auch noch... Wie geht das?
Dennis: Aber das ist ja die Kunst, da sich jetzt auch damit zurechtzufinden. Genau.
Daniel: Das ist die Kunst, Genau. Ich will nur ergänzen, was man vielleicht auch noch dazu sagen könnte: In den letzten 20 Jahren haben sich die Menschen nicht verändert. Die wollen nach wie vor belogen werden.
Dennis: Richtig, obwohl das mit dem das mit dem belügen manipulieren das fand ich ja sowieso nie so gut also ich glaube das das war auch irgendwann der Grund, warum ich gedacht habe kommen so jobs will ich gar nicht mehr annehmen es war wirklich so wir haben gesagt als wir brinkerlück gegründet haben wir gesagt wir sind jetzt nicht mehr eine Werbeagentur oder nicht mehr nur eine Werbeagentur sondern auch eine Werteagentur und gucken dass wir nur noch solche jobs annehmen, wo wir wirklich sagen können, da können wir dahinter stehen, da wollen wir dahinter stehen, den Job wollen wir machen und es ist nicht mehr so Zeug wie, ich verkaufe keine Ahnung, eine Trockenpulver Tomatensuppe und sie hat 0,0001 Milligramm mehr Basilikumpulver drin und ich muss dann sagen, hey, der neue Geschmack, es schmeckt jetzt eine Million Mal besser. Da habe ich echt keine Lust mehr drauf gehabt und das macht ehrlicherweise auch Freude, also seine Kreativität einzusetzen für Themen. wirklichen Wert erzeugen versus ich muss die Menschen manipulieren, damit sie irgendeine Zahnpasta kaufen. ist wirklich was ganz anderes.
Daniel: Hm. Hm. Ja gut, Manipulation ist das eine, aber bisschen werbliche Übertreibung darf ja sein.
Dennis: Ja, übertreiben natürlich, übertreiben ist eine der Grundmechaniken der Kreativität.
Daniel: Du hast schon Künstliche Intelligenz erwähnt. Kurz bevor wir auf die Technologie im Detail eingehen, das möchte ich dann auch noch etwas später, wie unterstütze ich KI heute? Ich erinnere mich, du hast damals am Marketing Tech Summit, Marketing Tech Apéro in Zürich, hast du zusammen mit Roman Reichelt die Kampagne vorgestellt von Brack Alltron, die hieß "Pack aus, was in dir steckt".
Dennis: Ja, ja.
Dennis: Ja.
Daniel: Da habt ihr aufgezeigt, inwiefern ihr diesen ganzen Kreativprozess mit KI unterstützt habt. Oder wie KI euch unterstützt hat in diesem Prozess. Vielmehr, und was ihr da alles machen konntet mit KI, die die Leute dann, und da habe ich auch dazu gezählt, auf Anhieb gar nicht feststellten. Ich habe nicht gemerkt, dass die Plakate jetzt, dass da keine echten Menschen drauf sind. Vielleicht kannst du dazu kurz was sagen.
Dennis: Ja, also die Kampagne ist ja mittlerweile ein Jahr alt. Die Entstehungszeit geht noch ein halbes Jahr weiter zurück. Und meine Agentur umgebaut auf KI haben wir vor circa zwei Jahren. Also diese ganze KI-Welle kam so in etwa vor zwei Jahren in die Branche. Eher noch langsam. Alle waren noch bisschen zögerlich. Was kommt da? Erst mal abwarten, erst mal beobachten. Und da ich schon ein paar Jahre davor das erste Mal Kontakt hatte mit der KI und mir da schon Sachen gebaut habe, Präsentationen selber gebaut mit einer KI vor fünf, sechs Jahren, die sahen raus wie ein richtiger Haufen Müll. Aber das war der Anfang. Und vor zwei Jahren wurde das dann wirklich so richtig groß und nutzbar. Plötzlich gab es neue Tools. Und in dem Moment habe ich gedacht, oha, da rollt jetzt was auf die Branche zu. Und ich habe in dem Moment gemeinsam natürlich mit meinem Geschäftsverwaltenden entschieden, wir bauen jetzt alles oben auf KI und zwar sofort. Wir holen uns Experten rein, die Experten, Schulen und alle anderen, die in der Agentur arbeiten. Wir gucken, dass wir uns immer updaten, dass wir die besten Tools immer parat haben und so weiter. das ging vor zwei Jahren los und wir haben diese KI-Welle herzlich bei uns empfangen und haben gesagt, hey, hier ist neues Spielzeug für uns, Kreative, lasst uns damit Spaß haben. Und dann kam ja Prag auf uns zu und da haben wir KI schon als Alltagstool verwendet und haben damit die Layouts gebaut, haben damit die Kampagnen angefertigt, sodass man sie schön visualisieren kann und so weiter. Dass wir für Prag KI brauchen, das haben wir erst im Prozess gemerkt, ehrlicherweise. Ich kann da ein Beispiel mal kurz erklären.
Daniel: keine.
Dennis: Wie wir gemerkt haben, das wird eine KI-Kampagne. Wir hatten in der Kampagne natürlich Visuals für das ganze Produkt-Sortiment von Brack. Das geht ja von Grill bis Beauty über Sport bis hin zu Gartentools und und und und. Brack hat ja alles. Ein fantastischer Online-Kanal. Und was da natürlich eine Rolle spielt, ist die Vermarktung auch von namhaften Marken, die bei Brack erhältlich sind. Ich jetzt ein Beispiel in Weber Grill.
Daniel: Alles.
Dennis: Und als wir in unsere Grill-Motive dann in Weber Grill eingebaut haben, da hat Weber Grill ein Wörtchen mitzureden, welcher Grill soll da gefeatured werden, da geht es ja auch Retail Media, war es zuerst ein kleiner Grill, dann war es ein Kugelgrill, dann war es das flagship Product, das Riesending und wir mussten also immer die Layouts anpassen und da haben wir gemerkt, wenn das jetzt ein echtes Foto gewesen wäre, dann hätten wir das gar nicht gekonnt. Aber da wir noch in der Layout-Phase mit KI unterwegs waren, konnten wir jedes Mal einfach den neuen... Okay, alles klar, easy. Gib den neuen Grill her, passen wir an. Bauen das Motiv Aha, jetzt brauchen wir, weil der Grill so riesig ist, brauchen wir drei Leute daneben. Okay, wir wollen ihn seitlich zeigen, damit man den ganzen Grill sieht. Alles klar, zeigen wir ihn seitlich. Ändern die komplette Bildkomposition. Und da wussten wir, jetzt arbeiten wir zu 100 % für diese Kampagne mit KI, allen Beteiligten das Leben leicht zu machen. Weil, Brack muss ja Weber Grill zufriedenstellen mit dem Motiv. Und Weber Grill muss ja auch happy sein, wie das Ganze dann umgesetzt wird. Das heißt, konnten diese ganze Kette am Beteiligten, konnten wir mit der Art und Weise, wie wir die Kampagne gestaltet haben, dann wirklich glücklich machen. Mit der Reaktionsgeschwindigkeit, mit der Flexibilität, da immer neue Produkte einzusetzen. Bei Hewlett Packard war es genau das gleiche. Ja, welcher Drucker soll denn jetzt ins Bild? Auch drei, viermal geändert, bis dann der Perfekte drin war und das Bild dann auch jedes Mal angepasst. Und das würde einfach mit einer regulären Produktion nicht gehen. Das heißt, ich habe dort
Daniel: beziehungsweise wahrscheinlich 10 mal so viel kosten.
Dennis: ja, zähl mal so viel Kosten und irgendwann ist das Geld ja all und das heißt, das geht dann einfach dann an irgendeiner Stelle nicht mehr weiter. Das heißt, hier muss man auch sagen, wir haben nicht mit KI gearbeitet, einfach weil wir cool sein wollen und sind auf den KI-Hype aufgesprungen, sondern wir haben mit KI gearbeitet, weil sie uns einfach die größtmögliche Flexibilität geboten hat und es für alle Beteiligten Sinn gemacht hat. Und das war natürlich toll und wie bei dir auch, die Leute Da draußen haben eine Kampagne gesehen, aber nicht sofort gemerkt, dass es jetzt alles KI produziert. Und man hat auch gemerkt, als man dann den Leuten sogar in einer Marktforschung gesagt hat, diese Kampagne wurde mit KI hergestellt, löst das eine Reaktanz aus am Markt, kann man ganz klar sagen, nein, es löst keine Reaktanz aus. Weil man gemerkt hat, dass Elemente der Kampagne noch Menschen gemacht waren sozusagen. War ein ganz fantastischer Wortwitz, war ja da in jedem Motiv mit dabei beispielsweise.
Daniel: Ja, richtig.
Dennis: Und da hat man sofort gemerkt, aha, das ist jetzt nicht nur Computerarbeit, sondern da sitzt noch jemand dran und gibt sich Mühe und die Bilder sind generiert, aber der Wortwitz ist echt. Und somit hat das auch zum Erfolg geführt. ja, bei bis zu 44 Prozent mehr Zuwachs, dann kann man wirklich sagen, es spielt keine Rolle, ob es KI-generiert war oder nicht.
Daniel: Was war der Beitrag der Agentur? Was war der Beitrag von Brag? Damals standen die beiden auf der Bühne, also du mit dem CMO von Brack. Und wenn man ihm zuhörte, hatte man das Gefühl, dass sie alles erfunden hätten. Aber das wird wohl nicht so gewesen sein.
Dennis: Ja, genau.
Dennis: Als treuer Agenturpartner muss ich jetzt natürlich sagen, natürlich hat Brack alles erfunden. Ich bin nur die umsetzende Kraft. Nein. Also was man sagen muss, was Brack fantastisch macht, ist die strategische Vorarbeit, die eine Agentur braucht. Die war sensationell. Das hätte auch keine Agentur besser gekonnt, ehrlicherweise. Was meine Leistung oder unsere Agenturleistung in dem Konstrukt war, war diese Strategie umzuwandeln in Kommunikation. Also in dem Moment sind wir ja reingekommen. Es gab eine tolle Strategie und zack, wir haben sie mit wenigen Wörtern knackig gemacht in Unboxing Potential. Unboxing Potential leitet sich dann weiter in "Pack aus, was in dir steckt". "Pack aus, was in dir steckt" ist die neue Leitidee und zack geht das ganze Geflecht auf und man hat die ganze Kampagne vor sich liegen. Also das war dann unsere Leistung. Diese Markenstrategie, diese ganzen Grundgedanken, die es wirklich schon gab, das stimmt voll. Umzuwandeln in knackige Kommunikation, das war mein Job.
Daniel: Und ihr habt euch, wenn ich mich richtig erinnere, wirklich Koryphäen aus der ganzen Welt zusammengesucht, also Leute aus Portugal angestellt und von anderswo, die wirklich das drauf hatten, was ihr brauchtet, um diese Kampagne umzusetzen.
Dennis: Genau, das waren eher alles Zufallsbegegnungen. Und tatsächlich sind es dann jetzt ein Portugiese, ein Kolumbianer und natürlich auch mittlerweile alle, die in der Agentur arbeiten, also auch meine ganze Schweizer Gang sozusagen, die würde ich jetzt alle bezeichnen als KI-Experten. Wirklich auch als Kreativ-KI-Spezialisten. Aber so fing es dann an und es ist dann so wie in die Agentur rein diffundiert sozusagen in jede kleine Faser von jedem, der da mitarbeitet und mittlerweile, das ist auch interessant, arbeiten ja alle Abteilungen mit KI. Also nicht nur die Kreativen, sondern auch die Projektleiter, die Berater, die im Motion Design arbeiten, die im Textbereich arbeiten, arbeiten auch mit der KI. Also mittlerweile ist es wirklich das oder die Standard Tools in jedem Bereich der Agentur.
Daniel: Also ihr könnt jetzt noch weniger arbeiten. Also versus die 80, 90 Stunden, du zuvor gesagt hast?
Dennis: Hey, das... Schön wärs. Schön wärs. Nein, also, ehrlicherweise, vielleicht liegt es auch daran, dass wir uns so umgebaut haben auf KI, aber ich muss fast gestehen, ich arbeite so viel wie schon ganz, ganz lange nicht mehr. Also, es ist der Teufel los in der Branche. Es ist auch der Teufel los in der Agenturwelt, das merkt man auch. Also, pro Monat gehen zwei bis drei Agenturen insolvent. Wir Gott sei Dank nicht, also bei uns ist eher umgekehrt, bei uns ist die Hölle los. Ich mag's ja, wenn das so brutzelt. Ich brauch das fast. Das ist fast wie mein Nährboden, dass der der Teufel los ist. Und dann spüre ich auch ehrlicherweise die Stunden nicht. Also wenn man mich dann fragt, wie viele Stunden hast du heute gearbeitet? Manchmal weiß ich es gar nicht, weil ich nicht auf die Uhr geguckt habe. Es ist einfach irgendwie meine absolute Leidenschaft, die ich da zu einem Beruf machen konnte. Und deshalb hat mich das ja nie gestört. Ganz im Gegenteil. Ich glaube, ich bin der Typ, der diesen Alarm sich herum braucht, teilweise selber verursacht. Kommt ja auch immer vor. Aber da habe ich so Freude, wenn man merkt, da ist Energie im Raum. Das finde ich mega cool.
Daniel: Das andere ist, dass schon als IT so richtig hochkam, hat man damals schon gemeint, es würde einem dermassen entlasten, dass man weniger arbeiten würde, in diesen großen Unternehmen insbesondere, die diese ganze Technologie adoptierte. Und auf der anderen Seite hat man dann einfach anderes gemacht. Man hat dann mehr Zeit für anderes, vielleicht für sinnvolleres oder ihr jetzt im Kreativprozess mehr Zeit, da wirklich mal zu reflektieren, eben auf einem Berg zu hocken und kreativ zu werden, wie man sich das so vorstellt. Und nicht unbedingt eben, dass man dann weniger arbeitet. Das wird mit Kai jetzt genauso sein, denke ich. Man macht einfach sinnvollere...
Dennis: Kanal.
Daniel: sinnvollere Tätigkeiten letztendlich und nicht unbedingt weniger.
Dennis: Ja, fast ganz im Gegenteil. Wir können ja Prozesse beschleunigen, können ja Arbeitsabläufe schneller gestalten. Und das setzt ja dann auch wie Energie frei. das hat fast dazu geführt, dass bei uns mehr Arbeit reinpasst. Das heißt, die KI hat natürlich Energie freigesetzt, Zeit freigesetzt, aber die wurde immer sofort gefüllt. Und dann mit neuen Kunden, mit neuen Aufträgen. Das heißt, natürlich haben wir einen Effizienzgewinn ohne Ende.
Daniel: Mhm.
Daniel: Mit neuen Kunden, hoffentlich.
Daniel: Hm.
Dennis: Aber die freigeworbenen Ressourcen, die konnte man dann sofort weiter einsetzen. Das heißt, wir arbeiten dank KI weniger und dank KI viel mehr.
Daniel: Schön gesagt. Jetzt erzähl doch noch was zu den Stolpersteinen. Ich erinnere mich, da gab es auch gewisse Learnings oder viele Learnings. Das war die erste Kampagne, die ihr wirklich so in diesem Umfang mit KI umgesetzt habt. Da lief auch einiges schief. Was lief schief? Was waren die Learnings draus?
Dennis: Also das war ja noch eine Zeit, also man muss ja fast darüber reden, als wäre es jetzt das Pleistozän, aber es ist eigentlich nur ein Jahr her. Da waren die Tools noch nicht wirklich gut. Muss man aus heutiger Sicht zu sagen, wenn ich die gleiche Kampagne heute nochmal machen würde, wäre ich noch zehnmal schneller fertig und sie würde noch zehnmal besser aussehen. Damals waren die KI's ja so weit, dass sie, oder noch nicht so verhindern, also jedes Motiv muss man aufpassen, wie viele Finger, in welche Richtung sind die Finger gebogen und und und und und. Damals haben wir ein KI-Tool nur gebraucht, um die Hauttöne zu ändern. Das war das Absurdeste, was wir damals machen mussten, weil was die KI damals gemacht hat, KI hat die Haut geglättet, weil die KI warum auch immer lernt, aha, wenn man Werbung macht, sind alle glatt gebügelte Models in den Motiven zu sehen. Also hat sie überall die Haut geglättet. Aber wir wollten ja echte Menschen zeigen. Also musste ich nur mit einem KI-Tool dafür sorgen, dass man das die Menschen falten kriegen, dass man Unreinheit irgendwo zu sehen war, dass auch mal, keine Ahnung, das linke Nasenloch einen Zentimeter größer war als das rechte, damit es menschlicher aussieht. Also das, Tool, musste nur das machen, dass nicht alles zu glatt gebügelt aussah. Und das ist heute natürlich auch viel, viel besser geworden. Und das heißt, diese ganzen Fails, vor denen hatten wir ja jeden Tag, ich will nicht sagen hunderte, aber eine Masse, das kann man sich gar nicht vorstellen. Ich glaube, wir hatten ja 150.000 Prompts oder irgend sowas bis die Kampagne am Schluss fertig war und manche Dinge konnte die KI dann auch nicht mehr tun. Das heißt, irgendwann wurden hybride Schritte eingebaut. Das heißt, hatten zum Beispiel ein Kind, das ein Mikrofon halten musste. KI hat es nicht hinbekommen, dass dieses Mikrofon proportional groß ist zu dem Mädchen. Das hat sie nicht geschafft und das war das Eurovision Motiv, war das damals, dass man das Mikrofon kaufen konnte.
Daniel: Ja klar.
Dennis: Also mussten wir das Motiv bauen, mussten dann den Arm und das Mikrofon in einem anderen Programm nachbauen, CAD-Rendering fast schon von dem Mikrofon bauen, dann dem Kind in die Hand geben und das dann wieder digital zusammenfügen. Also da war schon ordentlich was los und da haben wir gemerkt, okay, KI ist super cool. Aber als als Tool, eine Auftragsarbeit umzusetzen, ist das noch ein langer Weg.
Daniel: Okay.
Dennis: Weil wenn man mit KI arbeitet und lustige Bilder macht, wie das jeder zu Hause macht, das ist easy. Lustige Bildchen machen, das kann wirklich jeder. Aber eine Auftragsarbeit, wo jeder Winkel, jede Farbe und jede Falte abgestimmt wird und stimmen muss und korrigiert werden muss, da war die KI damals noch nicht so weit. Das ist heute besser. Aber auch da muss ich sagen, das dürfte mit was man arbeiten kann, ist manchmal auch eine KI. Also ich weiß nicht, wie oft wir Bilder angucken und uns kaputtlachen oder Filmsequenzen angucken und uns schlapplachen, was da wieder rausgekommen ist, wo man denkt, das kann doch jetzt, jetzt müsste es doch so weit sein, dass die KI das auch schnallt. Das haben wir auch jeden Tag noch irgendwie 20 Mal. Ich glaube deshalb, dass die große KI-Revolution noch gar nicht da ist. Wir sind jetzt in den zarten Anfängen. Jetzt fangen die Tools erst an, so langsam gut zu werden. Ich glaube, die Revolution, die kommt erst. Ich glaube, dass das jetzt noch ein Jährchen geht. Aber dann haben wir richtig gute Tools. Und dann bin ich mal gespannt, Daniel, da müssen wir noch mal eine Folge machen, weil dann ist unser Leben noch mal ein anderes.
Daniel: Ja, wollte gerade sagen, wir sind wahrscheinlich jetzt noch weit davon entfernt, dass man vielleicht gar keine Agentur mehr braucht, dass die Unternehmen selbst Werbung generieren können, indem sie einfach eine gute KI prompten. Aber irgendwann wird das vielleicht so in die Richtung gehen, dass man, sagen wir, als mittelständisches Unternehmen mindestens vielleicht auch eine eigene Werbekampagne gestalten kann, immer vorausgesetzt, dass man natürlich auch kreative Leute im Unternehmen hat. Hast du davor Angst, dass es irgendwann eine Kreativagentur wie brinkertlück nicht mehr braucht oder nicht mehr in diesem Umfang braucht.
Dennis: Ich bin da ehrlicherweise einigermaßen entspannt, weil ich weiß, wie wir uns, oder weil ich heute denke, sagen wir es mal so, wie wir uns als Agentur positionieren müssen. Denn das, die KI kann, dass ich einfach bezahle dafür, die KI macht mir die Kampagne und die Kampagne wird ausgespuckt, die KI wird sogar medial eingesetzt, man muss nichts mehr machen, alles wird durch KI-Agenten erledigt. Das ist Fakt, das wird kommen. Meta hat da 30 Milliarden investiert, dass das so funktioniert, dass es Agenturen wie unsere nicht mehr geben soll und nicht mehr braucht. Das wird kommen, das passiert und das ist jetzt auch schon langsam am Laufen. Das Einzige, was rechtfertigt, dass es uns in Zukunft noch gibt, ist kreative Exzellenz. Das, was eine KI nicht kann. Eine KI ist fantastisch darin, mittelmäßige Soße zu generieren. Funktionierende mittelmäßige Soße, wie ganz viel
Daniel: Genau.
Dennis: funktionierende mittelmäßige Soße, es heute auch in der Werbung schon gibt. Das kann eine KI super gut. Was sie noch nicht kann, ist kreative Exzellenz. Ich kann das auch begründen. Eine KI sucht immer in der Vergangenheit. Das heißt, die KI sucht immer Ideen aus der Vergangenheit, pimpt sie neu auf und spuckt sie dann neu aus. Das ist das, was eine KI kann. Sie bedient sich immer hinten sozusagen. Aber das radikal neue Erfinden, das kann eine KI Stand heute nicht.
Daniel: richtig.
Dennis: Das heißt, das muss unsere Daseinsberechtigung sein, die kreative Exzellenz, Ideen generieren, wo man mit einer KI nicht hinkommt. Und da halte ich mich ja auch gerne auf. Also seit ich in der Werbung angefangen habe, will ich diese kreative Exzellenz leisten, immer wieder bringen. Und da oben, da wird dann wirklich die Luft auch dünn, so langsam. Und deshalb denke ich, dass wenn wir uns da aufhalten als Agentur, haben wir noch lange gute Karten. Erst recht, wenn wir uns mit den Tools verbinden. Es sind ja meine Verbündete, nicht meine Feinde. Aber unsere kreative Exzellenz in Kombination mit den Tools. Das ist meine Daseinsberechtigung auch für morgen.
Daniel: Wenn man kreativ werden will, dann gibt es da verschiedene Methoden dazu. gibt Kreativprozesse etc. Kannst dazu vielleicht noch etwas sagen, wie ihr da bei brinkertlück vorgeht oder ist das Betriebsgeheimnis?
Dennis: Wir gehen immer an die Langstraße, holen dort das gute Gras. Nein, nein, das ist natürlich totaler Quatsch. Ja, haben natürlich ein Betriebsgeheimnis, aber das plaudere ich auch immer gerne aus. Eines der Geheimnisse ist, dass Kreativität mechanisch und systematisch hergestellt werden kann. Das ist ja meine absolut feste Überzeugung. ich arbeite,
Daniel: Hahaha
Dennis: schon seit über 20 Jahren mit Kreativitätstechniken. Also ich halte mich selbst ja nicht für ein geborenes Genie und mir fällt alles irgendwie direkt in den Schoß. Ich habe mir sofort Techniken zur Hand genommen, habe sie geübt, habe sie studiert, habe sie verfeinert, habe mir einen Katalog gebaut mit Techniken, die in unserer Branche am besten funktionieren und habe die immer wieder genutzt und zur Hand genommen, schneller zu sein, effizienter zu sein. Dank dieser Technik. Das ist schon mal eine Sache. Und das andere ist dann auch die Art und Weise, wie man miteinander umgeht. gibt es geordnete Prozesse, in denen Kreativität stattfindet. Also wer fängt wie an? Wer sortiert den Prozess? Wer moderiert den Prozess? Wer hat die Timings für den Prozess im Griff? Also das ist wirklich wichtig. Kreativität ist was sehr Prozessuales in einem professionellen Kontext. Und das muss man gewährleisten und aufbauen. Und ich glaube, darin sind wir als Agentur nicht perfekt, auf gar keinen Fall. ich glaube, es ist unsere Stärke, so zu denken, so zu arbeiten. Und ich glaube, das macht uns auch wirklich effizient am Markt.
Daniel: Also Techniken wie brainstorming, brain writing, morphologischer Kasten, solche Dinge?
Dennis: Viel tiefer. es gibt ja Kreativitätstechniken, die zwingen einen nur dazu einfach Sachen zu produzieren. Also zum Beispiel die berühmteste Kreativitätstechnik ist ja hier 5 4 3 2 1 oder was auch immer, wo man lustige Sachen auf einen Zettel schreibt, gibt den Zettel weiter und dann wird der Zettel weitergeführt. Und auch die anderen Geschichten, dass man irgendwie Brainwriting macht oder was auch immer, da schüttet man einfach nur auf Zwang aus. Das ist Das kann funktionieren, es kommt ja auch immer was raus. Aber das ist für mich nicht, was ich sagen würde, ist eine Kreativitätstechnik. Eine Kreativitätstechnik funktioniert tatsächlich ein bisschen anders. Also ich kann ja ein Beispiel sagen, oder ein Beispiel mal anbringen. Es gibt zum Beispiel eine Technik, die heißt der 180 Grad Twist. Das ist jetzt für mich eine echte Technik, weil man ist direkt in einer Bahn, in der man sich aufhalten kann und wendet dann da diese Technik an. Was macht diese Technik? Mit dieser Technik vertauscht man die Enten beispielsweise in einer Geschichte oder in einem Satz. Ich mache ein Beispiel mit einem Satz. Man sagt ja, zu schön, wahr zu sein. So wenn man jetzt den 180° Twist anwendet und die Enten in dem Satz vertauscht so ein bisschen, dann heißt der Satz zu wahr, schön zu sein. Also man verdreht die Enten. Oder wenn ich das auf ein anderes Beispiel übertrage, Beispiel Hund.
Daniel: Mhm.
Dennis: Beißt Postboote. Auch da kann ich jetzt wieder den 180 Grad Twist machen und dann ist es ja Postboote, Beißt Hund. Und das sind so Techniken, mit denen man als Kreativer spielen kann und man merkt, da irgendwas passiert, da entsteht eine kreative Spannung. Manchmal kommt da einfach ganz, ganz viel Mist dabei raus. Aber das sind so, muss natürlich, muss sein. Und das sind so Hilfsmittel, die wir anwenden, schneller auf tolle Ideen zu kommen. Oder noch ein anderes Beispiel, wenn ich das noch bringen darf.
Daniel: Stimmt. Muss er auch sagen.
Dennis: Eine meiner Lieblingstechniken ist der Wechsel der Perspektiven. man hat ja immer ein Produkt oder man hat immer eine Service oder eine Leistung oder irgendwas, was man bewerben will. Und meine Überzeugung ist, dass man ein Produkt aus hunderten von Perspektiven erzählen kann. Das heißt, man kann sich zuerst mal darum kümmern, was sind spannende Perspektiven auf meinem Produkt oder auf meinen Service oder was auch immer, auf mein Benefit. Auch da wieder ein kleines Beispiel. Starke Bremsen BMW. Aus welchen Perspektiven kann ich das überhaupt erzählen? Wenn ich jetzt sagen will, aha, der neue BMW hat tolle Bremsen, mit denen bin ich sicher unterwegs. Starke Bremsen kann ich sagen, okay, Fahrer, Beifahrer, dann kann ich auch sagen, Hündchen auf dem Rücksitz. Kannst erzählen, Große mit euch, das oben auf dem Balkon sitzt und den Verkehr auf der Straße beobachtet. Ich kann starke Bremsen erzählen von einem Kind, das beim Fußball spielt am Straßenrand. Und ich kann starke Bremsen sogar erzählen aus der Perspektive des Balls, das beim Spielen, Entschuldigung. plötzlich über die Straße rollt. Und dann sage ich, oh geil, eine Story erzählen aus der Sicht von einem Ball für starke Bremsen habe ich jetzt noch nie gesehen. Das toll, da mache ich jetzt mal ein Kreuzchen dran, das merken wir uns. Und das ist auch so eine tolle Technik und man sieht, wenn ich das jetzt so erzähle, muss man dafür ein Kreativgenie sein? Nein. Ich glaube, man muss die Techniken kennen und man muss sie wie sauber abarbeiten in einer bestimmten Zeit und dann hat man die Wand voll. Drei solche, vier solche Techniken und man hat irgendwie 70, 80 Zettelchen an der Wand hängen. Und Prinzip der Masse gilt da, irgendeine Perle ist dann schon dabei.
Daniel: Sehr schön gesagt. Ja, lass uns so langsam bisschen zum Kern dieses Podcasts kommen. Customer Experience, Customer Experience Management. Welchen Einfluss hat denn die Werbung auf die Kundenerlebnisse und wie kann sie allenfalls gar zu einer höheren Kundenzufriedenheit beitragen? Oder haben Sie gefragt, wie am Anfang schon, inwieweit müssen Werbung und Customer Experience zusammen gedacht werden?
Dennis: Ja gerne.
Dennis: Da bin ich natürlich mit einer hoffentlich starken Meinung vertreten, weil ich finde, finde, das, was wir tun, ist ja Teil der Customer Experience. Also ich bin ja ein, zwei, drei kleine Bausteine in dieser Kette der Customer Experience. Und da wir natürlich der kommunikative Teil sind, können wir, Achtung jetzt meine verblendete Perspektive, können wir natürlich einen großen Einfluss auf die Customer Experience nehmen, denn wir bilden ja das Erlebnis der Marke, wir bilden das Erlebnis, wenn ich glaube ich den kleinen Schuhkarton öffne und das Produkt raushole oder was auch immer. Also dafür sind wir ja da und deshalb denke ich, dass Werbung tatsächlich einen tollen und hoffentlich auch hochwertigen Beitrag zu einer Customer Experience leisten kann. Bin mir natürlich aber auch bewusst, dass wir nur für ein paar Elemente verantwortlich sind. Also die Kette geht ja viel weiter, noch von links nach rechts über alle Touchpoints, Ebenen, Levels hinweg. Aber ich unseren Einfluss dennoch sehr hoch einschätzen. Und zwar dann, wenn unsere Kommunikation das hält, was dann Marke, Service, Unternehmen auch dann tatsächlich verspricht. wenn die Achse stimmt, wenn ich zum Beispiel zu viel verspreche in der Kommunikation, und am Schluss ist dann irgendwie das wahre Produkt ist dann irgendwie nichts, dann bricht die Kette, dann nützt auch die beste Kommunikation in der Customer Experience nicht. Aber wenn so alles schön sauber miteinander verbunden ist, dann macht das richtig Spaß. Und da haben wir ja als Agenturen eine Zauberwaffe und das ist die Leitidee, weil die sollen wir ja entwickeln eine Customer Experience beispielsweise mit einem roten Faden zu gestalten. Dass man wie so ein Leitmotiv hat über allem und dass jeder, der mit der Customer Experience zu tun hat, so ein bisschen sich an diesem Leitstern, an diesem Leitfaden orientiert. Egal was er tut. Und das ist in der Regel ja etwas, das sehr oft von Agenturen kommt und entwickelt wird. Und da habe ich natürlich dann auch Freude daran, wenn wir als Agentur mit solchen kleinen Elementen dann zu einer tollen Customer Experience beitragen können.
Daniel: Ja und trotzdem ist es oft nicht ganz zu Ende gedacht.
Dennis: Ja voll.
Daniel: Deswegen unterscheiden vielleicht Leute auch zwischen Brand Experience und Customer Experience. Also was du alles gesagt hast, trifft sicher auf die Brand Experience zu. Customer Experience geht halt bis dahin, wo vielleicht ein Kunde dann das erste Mal ein Problem hat mit dem Produkt. Customer Service anruft. Und die wissen nicht nochmal, was versprochen wurde in der Werbung. Also dieses Overpromising, oder? Das gibt es immer wieder. Also man verspricht irgendwas in der Werbung und dann am Schluss, wenn man das Produkt hat, also man ist völlig überzeugt und...
Dennis: Ja.
Dennis: Richtig, richtig, genau, genau. Voll. Voll.
Daniel: und man Problem und dann will man den Customer Service anrufen, findet nicht einmal eine Telefonnummer in der Regel, muss sich da irgendwie durch dumme Questions and Answers durcharbeiten und hat dann vielleicht am Schluss einen Agenten am Telefon, oder heute halt oft KI-Agenten am Telefon, der dann eigentlich gar nicht informiert ist, über was da genau in der Werbung versprochen wurde.
Dennis: voll.
Daniel: Und da kommt es dann zu dieser Ernüchterung, also Enttäuschung. Und das versaut dann die ganze Brand und Custom Experience.
Dennis: Genau, da ist der Bruch richtig.
Dennis: Richtig, richtig. das, also mit dem Teil, mit dem ich beitragen kann, das ist ja sehr oft der Brand Experience Teil. Aber der Brand Experience Teil, wenn er gut gemacht ist, dann verhalten sich alle in der Kette einigermaßen gleich. Und das, was du jetzt eben gesagt hast, dass die dann im Customer Service, am Telefon dann nicht mal wissen, was irgendwie der Leuchtstern der Marke sein soll, dann zerfällt es natürlich in sich. Ist natürlich aber auch die hohe Kunst.
Daniel: Hm.
Dennis: da die Kette sauber zu gestalten, dass von vorne bis hinten irgendwie alles irgendwie toll durchläuft. Darf man einen Beispiel nennen, wo ich das wirklich toll fand, als wir vor, Gott, wahrscheinlich 10, 12 Jahren bei der Helsana engagiert fürs Leben eingeführt haben. Als Leitidee. Ich rede jetzt gar nicht über, das war eine lustige Kampagne. Ich sage wirklich als Leitidee.
Daniel: Natürlich.
Dennis: engagiert für die Menschen in der Schweiz eingeführt hat. Also Engagement als Thema hat man zuerst geschaut, okay, wo, wir sagen, sind jetzt engagiert für die Menschen in der Schweiz, wie äußert sich das beispielsweise im Telefonservice, wie äußert sich das in der Kommunikation, wie äußert sich das an der Front, wenn wir mit Menschen reden, brauchen wir da einen neuen Code of Contact und so weiter. Also da finde ich, hat man das wirklich richtig gemacht und hat dann diese Leitidee in jede Faser des Unternehmens gebracht und somit dann auch eine, würde ich sagen, stimmige Customer Experience dann aufgebaut. Da hat auch Brand Experience, Customer Experience, hat dann alles irgendwie schön miteinander zusammengespielt. Da hat die Kette dann einmal gestimmt. Also es gibt auch tolle Beispiele natürlich dafür.
Daniel: Ja, Ja, nee, natürlich, absolut. Nein, ich meine, man kann teilweise ja auch nicht alles ganz zu Ende denken, beziehungsweise man kann nichts dafür, wenn man jetzt Freude am Fahren verspricht und dann... Ja, ich glaube der Brand dahinter, der Brand dahinter ist klar, ja. Aber du versprichst Freude am Fahren und dann als nächstes funktioniert die Elektronik nicht so wie sie sollte. Oder du bist von einer Rückrufaktion betroffen und noch einer Rückrufaktion betroffen. Da kannst...
Dennis: Genau. Dann klappert die Leitidee.
Dennis: Genau! Da hilft der beste Werber Nix mehr. Nein, nein.
Daniel: Also du kannst natürlich gar nichts dafür. Aber bei Brack hätte ich mir gewünscht, man das noch weiter denkt. war ich kurz darauf, kurz nach diesem Treffen in Zürich, so begeistert von dieser Kampagne, und habe gedacht, ich kaufe mal was bei Brack und nicht bei Digitec. Ich wurde dann eigentlich arg enttäuscht, weil ich dachte, diese Firma Brack hätte jetzt auch diesen ganzen E-Commerce-Teil voll und ganz im Griff. Da kriege ich eine Mail, wie wir bearbeiten Ihre Bestellung. Und da kriege ich eine zweite Mail irgendwann, Ihre Bestellung ist jetzt definitiv akzeptiert. Was soll das denn? Und dann eine dritte Mail, wir können Ihnen leider keinen Liefertermin nennen. Und es gab dann noch einmal vier Mails, wir können Ihnen immer noch keinen Liefertermin nennen. Und das fand ich dann sehr befremdend. Ich habe dann die Bestellung nicht storniert.
Dennis: Mhm.
Daniel: aber da hätte ich mir schon gewünscht, dass es ein bisschen professioneller zugehen würde.
Dennis: Ja, also das ist jetzt natürlich ein Schade, dass das so passiert ist. Ein Nein hat mit mir nichts zu tun. Also ich habe auch die gegenteilige Erfahrung gemacht. ich bestelle jetzt, ich bin jetzt der Serienbesteller bei Brack und es funktioniert in der Regel wirklich fantastisch. Aber was ich, was ich glaube ich dazu sagen kann, wenn ich es kommentieren darf, Brack ist eine Marke, die in einer kompletten Transformation steckt. Und ich glaube, wenn man
Daniel: Hat mit ihr nichts zu tun, sorry.
Daniel: Haha.
Dennis: wenn man schon eine Größe erreicht hat, wie Brack sie erreicht hat und jetzt den Strategieprozess erst vor einem oder vor anderthalb Jahren gestartet hat. Ich glaube, wir reden hier nicht über eine Transformation, die über ein Jahr oder zwei oder drei Jahren beendet ist. Das sind dann wirklich langjährige Prozesse, bis dann eben so ein Leitstern, Leitmotiv in jede Phase des Unternehmens getragen wird. Was ich natürlich weiß, ist, dass Praxi da wirklich an jeder kleinen an jedem kleinen Element in dieser ganzen Kette arbeitet, die neue Strategie vollends zum Leben zu erwecken. Das merke ich doch jeden Tag und ich spüre ja auch, wie sie da dran sind, mit welchem Engagement, welchem Einsatz, dieses Thema Unboxing Potential, Pack aus was in dir steckt, zu entfalten. Ehrlicherweise war ja genau das der Grund, warum dieses Leitmotiv so wichtig war. Unboxing Potential heißt ja auch, wir müssen das volle Potential auch aus Brack-Alltron herausholen.
Daniel: Mhm, mhm.
Dennis: Wir haben da eine Goldgrube mit der besten Logistik der Schweiz. Es ist unfassbar. Und jetzt müssen wir wirklich auch aus uns selbst das beste Potential rausholen und sich entfalten lassen. Und ich glaube, ist ein Prozess, der wird noch gehen. Aber ich bin da mit meiner Außenbrille und meinem minimalen Einblick zuversichtlich, dass es gelingt.
Daniel: Ja, da bin ich auch zuversichtlich und ich denke, das ist eine riesen Erfolgsstory. Also es ist ja schon irgendwie bezeichnend, wenn du als Unternehmen neben Amazon, das gilt ja auch für Digitec, aber dann auch noch neben Digitec hier in der Schweiz oder Galaxus dermaßen wachsen kannst. Das ist eine gewaltige Erfolgsstory. Da bin ich völlig bei dir.
Dennis: irre irre irre ja und Brack das das ja voll und Brack hat jetzt den turnaround geschafft also das muss man schon sagen innerhalb von einem Jahr den turnaround schaffen wieder in der Wachstumphase drin sein mit 20 Prozent Ebitda und so weiter also tolle zahlen die man dann überall sieht also das das das ist schon eine Leistung und ich glaube da wird
Daniel: Hm.
Daniel: Mhm.
Dennis: Brack auch dranbleiben. Wir bleiben auch natürlich mit dem, was wir als Agentur können, da auch voll mit dran, das Ganze dann in die Zukunft zu steuern. Ja, ich glaube die Prognose. Ja, genau. Hand aufs Herz.
Daniel: Absolut. Jetzt aber Hand aufs Herz, lieber Dennis. Inwiefern interessieren sich Agenturen generell überhaupt dafür, was ganz zum Schluss rauskommen soll? Nämlich eben zufriedene Kunden und höhere Gewinne für das beauftragende Unternehmen.
Dennis: Ehrlicherweise da sehne ich mich danach. Also wenn meine Arbeit nichts bewirkt, dann kann es ja auch sein lassen. Und mein Job ist es, Dinge zu verkaufen. Ich bin ein Schuhverkäufer, wenn man es mal so will. Und das muss ich ermöglichen. Und wenn das nicht gelingt, dann ist meine Arbeit nichts wert gewesen. Dann fühle ich mich schlecht. Das heißt, ich bin fest davon überzeugt, dass ich als Kreativer meinem Beitrag dazu leisten muss, dass Marken Erfolg haben. Und ich will den Erfolg haben. Deshalb tue ich ja alles dafür, dass man verkauft. Früher hieß es, die Schlacht wird am Regal gewonnen. Ja, okay, dann gehen wir rein und kämpfen und gucken, dass das passiert. Also ich bin kein Kreativer oder wir sind auch keine Agentur, die sagt, ja, wir machen unsere Arbeit und der Rest ist uns egal. Ganz im Gegenteil, ich feiere und ich feiere am liebsten mit unseren Kunden, wenn das, was wir tut, Markt greift und funktioniert und Menschen da draußen in irgendeiner Art Weise begeistert sind.
Daniel: Wunderbar. Jetzt zum Thema Technologie noch. habe gesagt, wir kommen noch einmal auf das Thema zurück. Nur kurz, weil die Zeit läuft uns da ein bisschen davon. mich würde trotzdem noch interessieren, welche Technologien habt ihr da eingesetzt damals für diese Kampagne? Wie viele waren das? Was habt ihr? Wofür benutzt? Kannst du dazu was sagen?
Dennis: Oha! Ja, genau, genau.
Dennis: Ja, da wurde ein riesiger Tech Stack aufgebaut bei uns in der Agentur. Und Achtung, ich bin nicht der technisch versierteste bei uns im Laden. Das machen andere, aber ich versuche es so zu erklären, dass es einigermaßen plausibel klingt. Also, wir mussten damit erstmal anfangen, mehrere KI's zu casten. Also es gab wie ein KI-Tool-Casting, wo wir ungefähr 100 KI-Tools getestet haben. überall Testversionen am Laufen haben...
Daniel: Wow!
Dennis: haben geschaut, welche KI funktioniert wo am besten. Also eben vorhin hatte ich schon das lustige Beispiel, aha, da gibt es eine KI, die kann am besten Hauttöne verbessern und kann am besten Strukturen in die Haut reinbringen. Alles klar, dann ist die KI jetzt in unserem Set mit drin. Und so hat man sich geeinigt, beispielsweise bei Brack kann ich es, glaube ich, einigermaßen präzise erzählen. Bei Brack waren es sieben aufeinander liegende KIs, mit der wir parallel gearbeitet haben. Das heißt, es gibt dann wie eine Mutter-KI, in dem Fall war es, glaube ich, Krea.AI, in der Mutter-KI verbergen sich dahinter alle anderen KI's, die auf dem Projekt arbeiten. Und mit Hilfe dieser sieben KI's, die quasi, man muss sich das fast so wie vorstellen, die liegen wie übereinander und haben verschiedene Aufgaben dann in dem jeweiligen Prozess. Mit diesen KI's wurden dann die Bilder und Motive und kleine Filmchen fertiggestellt. Das heißt, man hat immer das Gefühl, dann machen wir das mit KI. Man hat dann so eine KI und mit der macht man das Ganze fertig. Nein, nein, nein, nein, nein. Was man sagen kann, ist, das ist wirklich immer ein Pool an KI-Tools. Dieser Pool ändert sich wirklich pro Projekt, dass man das sorgfältig auswählt. Was ist in dem Stack für den Kunden, für den, das Projekt, das man jetzt gerade hat, das Beste, das Passendste. Das muss man auswählen. Dann hat man so ein Setup. Bei Prag waren es 7 KI-Tools, manchmal sind es 12 KI-Tools und so weiter. Es unterscheidet sich. Und mit diesen sieben Tools geht man dann ins Rennen und zieht die Projekte dann durch. Und innerhalb dessen braucht man natürlich dann auch wie ein KI-Prozessmanagement. Also wann ist, wann findet mit einer KI ein PPM statt? Wann ist mit einer KI der Point of No Return? Weil man denkt ja immer, man kann immer wieder neu aufs Knöpfchen drücken, es kommt immer wieder was Neues dabei raus. Wann ist der Point of No Return bei einer KI in einem Prozess und so weiter? Also all das musste man einmal wie wie aufsetzen, damit das Ganze funktioniert, damit auch Kunden damit arbeiten können und auch den ganzen Ablauf dann verstehen. Und das haben wir dann irgendwie so eingesetzt. Und das hat sich jetzt wie etabliert diese Arbeitsweise.
Daniel: Die sieben Tools, ich habe sie mir notiert, kann dir da ein bisschen helfen. Außerdem ChatGPT, was alle kennen, wahrscheinlich für den Textbereich. Firefly von Adobe, Runway, Topaz, Magnific, Krea.AI hast du bereits erwähnt und Eleven Labs.
Dennis: Ja, ja.
Dennis: Ja, ja, ja, genau, eben 11 Lab, ja genau, genau, genau. Genau, das war jetzt das Deck, damals oder das Setup, das damals super funktioniert hat, eben alle Komplexitäten, die das Brack Projekt mitgebracht haben, zu bewältigen. und ja, ja.
Daniel: Cool. Gibt es auch irgendeine KI, die hilft, mit den Auftraggebern zusammenzuarbeiten? diesen ganzen... Ich meine, ist ja immer so ein iterativer Vorgang eigentlich. Also du entwirfst irgendwas, du kommst mit einer kreativen Idee, gehst zurück zum Auftraggeber, er findet das gut oder eben nicht gut, dann geht die in nächste Runde etc. Gibt es auch irgendwelche KI-Tools, die jetzt helfen, diese ganze Zusammenarbeit zu optimieren?
Dennis: Die gibt es sicherlich, aber die haben wir noch nicht in der Anwendung, weil die Prozesse mit dem Kunden, die laufen dann über andere Kanäle statt. Das sind dann irgendwie Tools wie Slack oder Tools wie MS Teams. Das läuft noch da statt. da das Miro Boards und so weiter. Also das ist alles dort. Aber dass jetzt zum Beispiel der Kundenprozess komplett über KI-Agenten läuft, das habe ich jetzt noch in der Form noch nicht erlebt. Aber da bin ich mal gespannt, was jetzt alles in Zukunft passiert. Nein, für den
Daniel: Miro boards, Mural boards oder so.
Dennis: Prozessteil arbeiten wir noch mit den Tools, die wir haben und die wir kennen und alles andere dann die Fertigstellung, die Exekution. Das ist bei uns der KI-Teil. Weniger der Prozessteil.
Daniel: Ja gut, lieber Dennis, also vielen Dank für dieses sehr interessante Gespräch. Eine Frage hätte ich noch zum Schluss. Die Werbeszene feiert sich ja gerne selbst. Wie wichtig sind denn Awards für dich und wann wirst du wieder Werber des Jahres?
Dennis: Yes!
Dennis: Hahaha
Dennis: Das letzte kann ich sofort beantworten. Nie wieder? Nein, nein. Also, wurde ja zum Werber des Jahres gewählt und war davor ein Jahr schon mal nominiert. Wo ich dann nicht geworden bin. Ein Jahr später wurde ich es dann. Und das Jahr darauf wurde ich dann noch mal nominiert und dachte da schon, hey, ich nehme mich jetzt raus aus dem Rennen. Ich hatte so das Gefühl,
Daniel: Wieso das denn?
Dennis: Ich war so dankbar, ich diese Ehre einmal genießen durfte und dachte, komm, das ist jetzt toll. Ich hatte das. Weil diesen Preis zu gewinnen, der kostet Kraft, kostet wirklich Energie und Einsatz. Und ich war so glücklich mit dem, dass ich es einmal gewonnen hatte. Dann auch noch hier als "Dütscher" in der Schweiz. Muss man noch in den kleinen Bonus damit reinrechnen. Ich war damit gut und habe damit dann ehrlicherweise damals abgeschlossen. Und zum... Also wirklich so im Sinne von jetzt sind andere dran. Ich hab's, ich genieße's, ich bin's für immer. Es ist wie so ein Lifetime-Award. Jetzt dürfen andere ran. Und die andere Frage... Ja? Ja, genau.
Daniel: Das ein bisschen anders als beim Sportler des Jahres, wo zehn Jahre hintereinander entweder der Sportler des Jahres Roger Federer oder Marco Odermatt teilt.
Dennis: Ja, das habe ich ja getrennt. Jedes Jahr die Nummer eins werden, das war ja noch drin. Wer war des Jahres? Das hatte ich dann einmal. Aber dass ich dann noch jedes Jahr die Nummer eins werden wollte, das habe ich weitergemacht. Das heißt, ich glaube, das habe ich noch mindestens fünf oder sechs Jahre dann so weitergetrieben. Das ist auch okay. Deshalb deine Eingangsfrage war ja, wie wichtig sind Awards? Natürlich sind Awards wahnsinnig wichtig. Also ohne diese Awards gäbe es meine Laufbahn nicht. Ohne diese Awards...
Daniel: Genau.
Daniel: Bis zum Mal.
Dennis: Hätte ich es nicht in die Schweiz geschafft, ohne diese Awards würde ich jetzt nicht mit ihr reden können. Sie sind ein absoluter Karriereboost. Das ist immer noch so. Aber auch da kann ich sagen, das ist jetzt ein Teil, den lasse ich getrost an der Seite liegen für den Moment. Never say never, vielleicht kommt es ja nochmal. Aber ich habe ja irgendwann aufgehört mitzuzählen. Ich wusste irgendwann gar nicht mehr, wie viele Awards habe ich überhaupt gewonnen. Dann hat das mal ein Journalist nachgezählt und dann waren das so die 1000. Dann habe ich gesagt, okay, auch das ist jetzt gut, diesen zeitlichen Invest da immer zu gewinnen und zu gewinnen und nochmal zu gewinnen. Den lasse ich jetzt sein. Ich konzentriere mich auf mein Daily-Business. Ich gucke, dass diese Zahnpasta verkauft wird und mache den Job richtig. Genau.
Daniel: Wow.
Daniel: Ja gut, ihr seid ja mittlerweile natürlich eine etablierte Agentur, man kennt. Also da brauchst du keine Worts mehr zu gewinnen. Man kennt dich, man kennt die Agentur, man weiß, was ihr tut, welche erfolgreichen Kampagnen ihr da für wen umgesetzt habt. So gesehen habt ihr alle Aufmerksamkeit der Welt.
Dennis: Das stimmt.
Dennis: Das hoffe ich bleibt auch so.
Daniel: Ja wunderbar, also noch einmal ganz herzlichen Dank lieber Dennis.
Dennis: Daniel, vielen, vielen Dank für die Einladung. Danke fürs Zuhören da draußen. Ja und hoffentlich bis ganz bald live und in Farbe.
Daniel: Ja.
Daniel: Genau, also wenn Ihnen dieser Podcast gefallen hat, bewerten und abonnieren Sie ihn. Es ist auf allen gängigen Kanälen zu finden. Vernetzen Sie sich mit mir und auch mit meinen Gästen auf LinkedIn und diskutieren Sie mit am einfachsten, indem Sie uns taggen bei dem nächsten Post. Ich freue mich aber auch immer über persönliche Nachrichten. Bis bald.