Daniel Renggli: Daniel Renggli KI-Agenten sollen für uns das Einkaufen übernehmen. Beispiele werden bisher vor allem aus dem Consumer-Umfeld genannt, zum Beispiel die Buchung einer Reise bestehend aus Flug, Hotel und City Tour. Wie aber sieht das in einem B2B-Umfeld aus? Wie profitieren Unternehmen von solchen Einkaufsagenten? Willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Beyond CXM, Custom Experience Management weitergedacht. Mein Name ist Daniel Renggli, Marketing und CX gehören zu meinen Passionen. Mit diesem Podcast und der in den sozialen Medien vorgeführten Diskussion will ich zusammen mit meinen Gästen das Thema Customer Experience Management breiter beleuchten und weitertragen aus der bestehenden CX Community hinaus. Mein heutiger Gesprächspartner, Ronni Swialkowski, Vice President AI Partnerships and Strategic Alliances bei der Intershop Communications AG. Herzlich willkommen, Ronni!
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, hallo Daniel, ich freu mich sehr.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ronni Swialkowski arbeitet seit 2001 bei der Intershop Communications AG in Jena, einem der Pioniere des digitalen Handels, der sich heute auf Agentic B2B Commerce spezialisiert hat. In seiner Rolle als Vice-Präsident AI Partnerships and Strategic Alliances verantwortet er Technologiepartnerschaften rund künstliche Intelligenz und arbeitet an der Konzeption neuer KI-Agenten und Co-Piloten für den Einkauf. Ronni startete seine Karriere bei Intershop im dualen Studium und war später über viele Jahre im Customer Success Management tätig, wo er die Abteilung mit aufgebaut und geleitet hat und Kunden wie Miele, Mondelez, Tassimo, Mexx, G-Star und viele weitere aus Handel und Industrie betreute. Danach folgten Business Development mit Fokus auf Cloud und SaaS und ab 2016 die Leitung der globalen Partnerschaften. Ronni hat Internet Business Engineering und Wirtschaftsingenieurwesen an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena studiert und war früh an Forschungsprojekten zur Produktivität von Dienstleistungen beteiligt. „Kundenerlebnis, Betrieb und Technologie zusammen denken“ zieht sich wie ein roter Faden durch seine über 25 Jahre im E-Commerce. Ja, Ronni, was sollten unsere Zuhörerinnen noch von dir wissen?
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, also vielleicht das klassische: verheiratet, zwei Kinder. Was vielleicht noch ganz spannend ist, auch wo ich das gerade noch mal so von dir reflektierend gehört habe, ist, ich war schon Mitte der 90er Jahre im Rahmen eines Austauschprogramms in den USA an einer Highschool und hatte damals schon relativ früh die Möglichkeit, mit dem Internet in Verbindung zu kommen, weil so 1995 … Ich weiß nicht, wer sich da von den Zuhörer:innen noch dran erinnert, gab es ja noch nicht mal so richtig E-Mails, was man heutzutage als selbstverständlich darstellt. Genau, also das habe ich damals tatsächlich kennenlernen dürfen. Die High School war damals von NASA gebaut – im Rahmen des Kalten Krieges – wurde dann natürlich nicht mehr so in dem Sinne gebraucht, aber die war super gut ausgestattet. Damals konnte ich eigentlich mit meinen zwei Passionen erstmals in Kontakt kommen, das eine so ein bisschen Raumfahrt. War damals natürlich immer noch ein bisschen im Dornröschenschlaf und dann das Internet. Und ja, das habe ich dann im Endeffekt dann später auch zum Beruf gemacht, also das Internet.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja eben, jetzt bist du seit 25 Jahren schon bei Intershop. Möchtest du zu dieser Zeit auch noch etwas ergänzen, was ich bei der Vorstellungslunde nicht gesagt habe?
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Viele Kunden hast du ja schon genannt. Ich glaube, die große Chance, die ich bei Intershop hatte, das große Glück war, dass ich vielen Kunden, die global tätig sind, zusammenarbeiten durfte. Und die waren alle innerhalb der letzten Jahrzehnte auf einem unterschiedlichen digitalen Reifegrad unterwegs. Da gab es Firmen, die waren da super visionär unterwegs. Die ganze Digitalisierung begann ja im Prinzip im Retail, im Handel. Gerade das B2B, Manufacturing, Wholesaler haben dann in den letzten Jahren nachgezogen. Nur über diese Plattformen redet man halt nicht so viel. Da weiß man relativ wenig. Es ist oftmals ein geschlossener Kreis. Und ja, durch meine Tätigkeit hat man dann halt doch schon die Möglichkeit, immer wieder einen Einblick zu gewinnen. Und das schätze ich halt absolut. Ansonsten jetzt die letzten zehn Jahre habe ich so ein Stück weit auch mit die Cloud-Transformation, also vom klassischen Lizenzgeschäft kommend hin zu einem Subscription-Modell, aber eben auch durch einen Hostingbetrieb in der Cloud mit begleiten dürfen. Da habe ich sehr eng mit Microsoft zusammengearbeitet, die uns da begleitet haben und das ist natürlich auch superspannend und lässt sich jetzt natürlich auch super gut fortführen im Bereich KI. Da ist Microsoft natürlich auch relativ weit vorne mit dabei wenn es Modelle geht, Agenten und Co-Piloten.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Wie lange beschäftigst du dich schon mit dem Thema Künstliche Intelligenz? Also, Ronni und ich haben uns kürzlich in Hannover kennengelernt an einer Veranstaltung, bei der es um die Anwendung von KI in Marketing und Vertrieb ging.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, also ehrlich gesagt, wie wahrscheinlich so viele andere auch, eigentlich erst seit diesem ChatGPT-Moment, na, so vor drei Jahren kam das auf und hat irgendwie so ein bisschen zu so einem Wow-Moment geführt: Das geht! Wahnsinn! Also seitdem auf jeden Fall ganz intensiv. Ich habe aber auch jetzt im Vorfeld von unserem Gespräch auch mal so drüber nachgedacht. Ich habe ja auch schon 2010, 2015 in verschiedenen Forschungsprojekten mitwirken dürfen. Namen: Fraunhofer, IAO, Universität Leipzig. Damals haben wir eigentlich das, was heutzutage geht, versucht. Also können wir irgendwie eine Möglichkeit für unsere Kunden schaffen, so ein bisschen in die Zukunft zu gucken. Wie wird sich der Markt entwickeln? Ist es jetzt gut, wenn ich dieses Feature einsetze? Das haben wir damals immer mit Simulationen versucht oder mit Mustererkennung, ob wir da irgendwelche Patterns erkennen können. Im Endeffekt waren das ja aber alles irgendwo die Vorläufer von heutigen Modellen und KI. Wir hatten nur noch nicht die Technologie damals so zur Hand. Also deswegen aktiv seit drei Jahren, würde ich mal sagen und so passiv vorbereitend vielleicht seit 10, vielleicht 15 Jahren.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Mit analytischer KI, Machine Learning hast du dich zuvor nicht beschäftigt. Wie du gesagt hast, dieser Wow-Moment mit ChatGPT hat dich da aufgeweckt und darauf geführt, dass es gute KI-Lösungen gibt, die man im B2B nutzen könnte oder im Commerce nutzen könnte. Spannend.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, genau.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Auf die Lösungen von Intershop kommen wir ja noch zu reden, aber in welchen Bereichen hat KI bei Intershop jetzt schon Einzug gehalten, also für internen Zwecke meine ich jetzt.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Hm.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, ganz klassisch haben wir begonnen. Wir sind ja Softwarehersteller im Software Engineering Bereich. Da sind die Modelle auch ehrlich gesagt super stark bei der Programmierung. Aber jetzt letzter Zeit kommt es auch immer stärker auch bei der Content-Generierung, also Bildgenerierung, Texte, Dokumentation – klassisch halt auch im Marketing und Vertrieb. Eigentlich sind wir jetzt auch angehalten intern wirklich sehr intensiv seit einem Jahr alle Geschäftsbereiche durchzugehen, alle Abteilungen und zu schauen, wo gibt es denn Aufgaben, die sich immer wieder wiederholen oder wo hat KI so ihre Stärken ausspielen kann. Und das versuchen wir natürlich in allen Bereichen.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Spannend.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Also ihr habt da ein Team eingesetzt, irgendein cross-funktionales Team, das jetzt da wirklich den Fokus auf KI richtet, die Prozesse sich anschaut und wenn ich das richtig verstanden habe, versucht zu automatisieren, was es halt zu automatisieren gibt.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, genau.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Was geht. Ja, ja, absolut. Ich sag mal, was ich ja super spannend fand, auch im Gespräch mit Kunden von uns und ehrlich gesagt sind wir ja auch ein mittelständisches Unternehmen. Ganz oft glaubt die Geschäftsleitung, dass KI noch nicht im Unternehmen angekommen ist. Aber wir haben da schon durchaus so Erfahrungswerte sammeln können, dass ganz oft die Mitarbeiter die KI ins Unternehmen mitbringen. So ist das bei uns halt auch. Also ich sage mal durch dieses ChatGPT im privaten Umfeld lernt man es halt kennen, probiert es aus und dann fängt man halt an, das auch im Arbeitsalltag zu integrieren. So ein bisschen ist halt unsere Aufgabe und eigentlich auch die Aufgabe von jeder Unternehmung, so ein bisschen da so ein bisschen Herr der Lage zu bleiben, aber eben auch Innovation und dieses Engagement der Mitarbeiter irgendwie zu unterstützen. Weil ich meine, im Endeffekt soll das Ganze ja potenzielle heben und nicht uns in die Hölle bringen. Das hat sich bei uns ganz praktikabel …
Daniel Renggli: Daniel Renggli Hoffentlich, trotz der Warnrufe zurzeit, darüber könnte man wahrscheinlich einen eigenen Podcast machen. Aber bleiben wir positiv jetzt.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Was ich immer wieder erstaunlich finde, was für Hebel da entstehen im Unternehmen, also in der Entwicklung. Wir selber haben da jetzt noch nicht wirklich Zahlen, aber ich würde mal denken, teilweise kann Mitarbeiter durchaus Faktor 4, Faktor 5 produktiver werden. Wir haben auch Kollegen, die da eine ganze Armada an Agenten um sich herum geschaffen haben, sitzen dann teilweise zehn Agenten sie herum, die da entwickeln. Also das ist wirklich gewaltig. Ich habe da neulich eine Zahl gehört, dass für eine Aufgabe, wo wir früher ein ganzes Team eingesetzt haben, von vier, fünf Mitarbeitern, so ein Scrum-Team, und ein Jahr gebraucht haben. Das schafft halt jetzt heutzutage vielleicht zwei Mitarbeiter eigentlich an einem Tag.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Wow, das sind ja Zahlen, das ist ja Wahnsinn.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ich meine, die Kunst liegt natürlich in dem Prompting. Man muss das auch orchestrieren können. Man muss sich entsprechend artikulieren können, so einem Agenten gegenüber, muss ihn natürlich auch kontrollieren. Aber wer das tut, der wird definitiv schlagkräftiger als wer das vorher war.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Also ihr nutzt KI eigentlich schon recht umfangreich, also im Bereich von Content, Coding, Prozessautomatisierung, wenn ich das richtig verstanden habe und habt da wirklich einen enormen Nutzen draus. Das können ja nicht alle Unternehmen von sich behaupten, aber das finde ich jetzt vorbildlich. Jetzt zum eigentlichen Thema der Custom Experience, da möchte ich jetzt wissen zu...
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Mhm. Agenten im Einkauf, wie tragen die dazu bei, dass die Customer Experience besser wird? Wir kennen das ja, dass KI uns das Leben leichter macht, selbst das Einkaufen soll noch einfacher werden. Von Agenten, die für uns eine ganze Reise buchen, haben wir alle schon gehört. Aber wie sieht das in einem geschäftlichen Umfeld aus? Wie werden Unternehmen dabei unterstützt, Waren zu beschaffen? Das würde mich jetzt interessieren.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, naja, die große Stärke von Agenten und Co-Piloten ist es ja, Dinge zu analysieren, Informationen zu beschaffen, das dann zu erfassen, Unternehmen auszuwerten. Da wären sie jetzt auch schon eingesetzt und sollten sie auch eingesetzt werden. Und da spielen sie halt vollkommen ihre Stärke aus, weil sie halt wirklich ein viel, viel breiteres Feld analysieren können. Wenn jetzt Mitarbeiter hingeht und soll halt Preise vergleichen, dann macht er das typischerweise eben mit den sich drei vier Dienstleistern oder Plattformen, wo er das schon immer gemacht hat. Wenn da jetzt auf einmal neue Plattformen aufkommen oder neue Anbieter möglicherweise den Markt betreten, dann sieht er das natürlich nicht. Und da ist unsere Erfahrung, dass natürlich die Kunden dort, wenn sie Agenten einsetzen, erst mal auf einmal viel breiteres Feld sehen und damit halt wirklich echt ein großer Mehrgewinn ist. Und das ist ja so bisschen das Gold in der Beschaffung, irgendwo das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden und Angebote halt sichtbar zu machen, die vorher vielleicht unsichtbar waren. Auf der anderen Seite, auf der Anbieterseite, da merken wir halt, dass Agenten halt Kunden extrem dabei helfen können, das Angebot einfach sichtbarer zu machen. Also in der Qualität einfach besser zu machen. Wenn man sich so Großhändler anguckt, die haben Sortimente, die können von einigen hunderttausend, zehntausend ganz sicher Produkte bis mehrere Millionen Produkte gehen. Da ist ja klar, dass man sich irgendwo immer nur primär auf das Kernsortiment fokussiert und da tut man natürlich seine gesamte Kraft anwenden und einsetzen, die halt optimal zu machen. Aber wenn jetzt Kunden einkaufen und vor allen Dingen, jetzt auch demnächst auch Agenten kommen und einkaufen, dann gehen die natürlich auch in Bereiche, Sortiment rein, die vielleicht eher so bisschen stiefmütterlich am Rand vielleicht bisher gestanden haben. Wenn man da jetzt Agenten einsetzt, die Produktqualität zu heben, also sprich Attribute ergänzen, Produkttexte schreiben, übersetzen, Dinge validieren, Preise validieren, solche Sachen machen, dann ist die Custom Experience dann eben tatsächlich gleichmäßig. Also nicht nur im Kernsortiment ist sie gut, sondern sie ist überall gut. Und das ist halt auch eine Wahnsinnschance, die ich da sehe.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Mhm. Mhm.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja, sehe ich auch so. Also heißt das jetzt, Intershop arbeitet eigentlich sowohl mit B2B, Entschuldigung, mit E-Commerce-Anbietern zusammen, aber auch mit den Anbietern, mit den beispielsweise mit den Grossisten, die Ware liefern an diese E-Commerce-Unternehmen.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Wir haben drei Zielgruppen, denen wir unsere Lösungen zur Verfügung stellen. ist klassisch die Händler, Retailer. Die wollen natürlich die Custom Experience für den Endkonsumenten erhöhen. Sie dort natürlich auch bestimmte Anwendungsanforderungen, wie Beratung von Kunden. Im Prinzip so einen Dialog zu gehen. Dann unterstützen wir die Hersteller.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Mhm.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Die haben bisher immer die ganzen letzten Jahre größtenteils über den Großhandel verkauft oder über den Einzelhandel. Die gehen jetzt aber auch immer verstärkter als Marke an den Endkonsumenten ran und gehen weiterhin über die.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Direct to Consumer.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Genau. Und natürlich klassisch die Großhändler, die sind auch unsere Kunden. Und was jetzt spannend in der Zukunft sein wird, weil du die anderen Shoppingplattformen Anbieter gesehen hast, ich meine, jeder rüstet jetzt irgendwo hoch mit Agenten. Das heißt, jetzt kommen dann halt Agenten von dem einen oder von dem Hersteller oder von dem Anbieter und treffen sich jetzt irgendwo auf den Plattformen. Das heißt, wir schicken unsere Agenten oder die Agenten kommen zu uns. Das ist natürlich irgendwo so Stück weit die Herausforderung, der wir uns jetzt alle so stellen gerade.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Welche technischen Voraussetzungen müssen denn erfüllt sein jetzt auf Anbieterseite, auf Herstellerseite?
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Grundsätzlich brauchen wir erstmal sämtliche Informationen in elektronischer Form. Die müssen halt verfügbar sein. Klassisch sind das so Produkte, Kataloge, Preise, alles das, was man mit einem Produkt oder mit einer Dienstleistung, einem Angebot assoziiert. Das Gute für uns ist, dass meistens unsere Kunden diese Daten ja schon in elektronischer Form vorrätig haben, weil um jetzt ein digitales Kundenportal zu erstellen, einen Onlineshop zu erstellen, da braucht man das ja als Basis. Das heißt, da haben wir eigentlich weniger die Probleme, vielleicht in der Datenqualität. Das haben wir ja schon gerade besprochen.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja gut, ist ein riesiges Thema, natürlich Datenqualität. Da hört man immer Ausreden wie „wir müssen erst die Daten bereinigen“. Aber gut, da hilft ja die KI auch.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Genau.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, absolut. Genau, da hilft die KI, die Lücken zu füllen oder auch auf Inkonsistenzen hinzuweisen. Und da kann man wirklich einen Ultra-Long-Tail-Ansatz durchaus fahren. Das hilft auch dem Shop, nicht nur dem Agenten. Und damit hilft es auch den Kunden, auch den normalen Kunden. Was noch ein bisschen das Problem ist, wenn wir die Agenten rausschicken: Es gibt tatsächlich noch relativ wenig Standards. Zum einen brauchen wir irgendeinen Standard, wie sich die Agenten untereinander unterhalten können. Da gibt es aktuell momentan so zwei Standards, die sich so bisschen rauskristallisiert haben. Das eine heißt MCP, wird sehr stark gehyped, steht für Model Context Protocol und dann gibt es auch
Daniel Renggli: Daniel Renggli Kenn ich - von Anthropic.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Genau. Und dann gibt es noch A2A, Agent-to-Agent-Protokoll. Ich glaube, das ist von Google, wenn ich es richtig weiß. Die beiden gibt es. Ein bisschen deutet, also wir selber haben für uns jetzt so bisschen die Entscheidung getroffen, dass wir auf das MCP-Protokoll setzen. Aber ich meine, die Zukunft wird es zeigen. die Produkte jetzt aber, ich sag mal, den Modellen erst mal sichtbar zu machen, da braucht es halt auch irgendwelche Standards. Früher war das eben, wir haben das SEO genannt, Search Engine Optimization. Das wurde halt durch Google dominiert und hat sich da auch irgendwo als Standard, Industrie-Standard rausgetan. Bei den Modellen gibt es das jetzt eigentlich auch noch nicht so. Da gibt es jetzt zwei aktuell hochkommende Themen. Das ist eine das UCP, Unified Commerce Protocol und dann das Agent Commerce Protocol, ACP. Aber im Endeffekt, was dahinter steckt, ist es im Prinzip ein strukturierter Standard, Angebot, wie man Produktdaten den Large Language Models im Prinzip sichtbar macht. Ja, das versuchen wir natürlich irgendwie erst mal so gut es geht alles zu unterstützen, damit unsere Kunden da kein Vendor Lock-in haben und da halt schauen, wie gesagt, die Zukunft wird zeigen, was sich dadurch durchsetzen wird. Momentan fehlt ja auch ein Stück weit noch, ich sage mal, das kommerzielle Modell dahinter.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Hm.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Advertising über die LLMs und so weiter und dann wird es schon dann irgendwann Standards geben, weil ja dann auch eine gewisse Qualität notwendig ist.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Jetzt diese beiden von dir genannten Standards für die Kommunikation zwischen Agenten, also MCP und A2A. Denkst du nicht, dass sich das irgendwann erübrigt, dass die Agenten so intelligent sind, dass die, egal welche Sprache jetzt quasi der andere Agent spricht, sich unterhalten können?
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja. Ja, das glaube ich schon. Also würde da ich definitiv zustimmen. Also wüsste nicht, warum nicht. Ich meine, die Protokolle machen es halt einfacher. Also das ist so, dass wir uns schon mal darauf einigen, dass alle irgendwie Englisch und Spanisch können oder alle Chinesisch und Englisch können oder so. Aber natürlich sprechen die Agenten irgendwie gefühlt jede Sprache auf der Welt – und eigentlich auch gleich gut. Also von daher wüsste ich jetzt nicht, warum das nicht gehen sollte. Schauen wir mal.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja, war nur so Gedanke. Wir werden es sehen.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Naja, ich sage mal, das ist schon spannend. Ich habe jetzt auch davon gehört, dass jetzt die neuen Modelle auf einmal anfangen, eigene Sprache zu entwickeln innerhalb der Modelle und die wir aber nicht sprechen. Also dass sie dann anfangen so auf Photonbasis da sich untereinander auszutauschen. Weil wir im Endeffekt nicht wissen, das ist ja für uns auch im Endeffekt eine Blackbox, also die Modelle selbst und sich selbst. Also es wird auf jeden Fall sehr spannend für uns werden. Vielleicht stellen uns irgendwann die Modelle die Sprache zur Verfügung, mit dem wir uns dann mit ihnen unterhalten müssen. Müssen wir schauen.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Genau, wer weiß.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Jetzt, bei Intershop stellt ihr auch so einen Product Content Agent zur Verfügung, der eben hilft, diesen ganzen Katalog da irgendwie zu erweitern, wenn ich das richtig verstanden habe, gerade in diesem Longtail- oder Ultralongtail-Ansatz.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, genau. Kann man sich so vorstellen, unsere Plattform lebt halt davon, dass unsere Kunden in mehrere Märkte, Länder, Sprachen gehen. Und da brauchst du halt irgendwo immer den Schritt, diesen Content mitzunehmen. Also wenn du jetzt neuen Markt gehst, sag mal, du bist jetzt hier in Europa unterwegs. Für uns in Europa ist das immer ehrlich gesagt gar nicht so eine Besonderheit, weil wir traditionell unterschiedliche Sprachen, wir hatten früher auch unterschiedliche Währungen, Steuern und all diese Themen. Für so einen amerikanischen Kunden ist das dann schon immer eine große Herausforderung. Der denkt eigentlich immer nur in Englisch und wenn er nach Kanada will und Französisch dazukommt, ist das dann schon mal so ein bisschen die Nagelprobe. Aber ich meine, was für alle Kunden halt gleich ist, irgendwie müssen diese Produktdaten in die Sprachen, in die Märkte und da hilft der Agent dabei. Der kann übersetzen, ergänzt Produkttexte, weil meistens kommen die Produktdaten immer aus den Stammdaten hoch, aus dem ERP-System. Das sind meist sehr rudimentäre Daten und als Hersteller hat man oft gar nicht so diese Produktdaten, weil dieser Schritt der Produktdatenveredlung – das hat halt immer traditionell der Handel für einen gemacht. Also die Großhändler, die haben dann eben teilweise die Produkttexte geschrieben. Und das ist jetzt für so einen Hersteller eine neue Herausforderung. Diese Daten auch für sich selbst zu erstellen, aber eben vielleicht auch zu erstellen, sie dann auch weiter nutzen zu können. Und da hilft der Agent jetzt im Besonderen halt da.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja, da gibt es ja auch viele Fehler. habe das gerade kürzlich zweimal selbst erlebt, als ich da etwas gekauft habe. Einmal stimmte die Größe nicht an, nicht wurde nicht das geliefert, wie es halt im Shop beschrieben war, keine Ahnung woran es lag, und das andere Mal stimmte die Farbe nicht, auch weil es falsch beschrieben war im Shop. Also das heißt...
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, wir haben das auch erlebt. Wir haben einen Großhändler, Gebrüder Limmert aus Österreich, die handeln im Prinzip mit Elektronikartikeln, alles was der Elektriker braucht. Und die haben auch festgestellt, dass sie Produkte teilweise im Shop hatten, wo das Produktbild nicht zum Produkttext gepasst hat. Die Frage ist natürlich, was stimmt jetzt? Die Daten wurden vom Hersteller geliefert? Muss man halt schauen. ich sage mal, bei über einer Million Produkten findet man so eine Inkonsistenz halt einfach auch nicht. Du als Kunde findest das aber schon. Also entweder findest du es raus, wenn du es bekommst oder du merkst es halt gleich. Das sind halt genau solche Punkte, wo die KI dich eigentlich unterstützen kann, in dem es alle 1 Millionen Produkte durchguckt und einfach mal vergleicht. Passt das, was du da in den Produktdaten stehen hast, zu dem, du als Bilddaten an dem Produkt mit dranhängst. Das sind so klassische Anwendungsfälle, wo wir schon sehen, das war vorher überhaupt nicht mal im Traum möglich.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Also das macht euer Product Content Agent.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Genau, der kann das machen.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Hm, super. Wo gibt es sonst noch Stolpersteine abgesehen von der Datenbasis?
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, Stolpersteine gibt es überall. Den einen haben wir ja schon diskutiert. Die finden Standards. Das ist auf jeden Fall immer mal so eine Herausforderung. Was auch in Stolpersteinen zunehmend für uns ist, dass diese Modelle, wir diesen KI-Agenten zugrunde liegen, die kommen halt primär immer, ich sag mal, entweder kommen sie aus der USA oder aus China. Unsere kommen jetzt vordergründig eigentlich aus der westlichen Hemisphäre, also aus der USA. Die Open Source Modelle kommen ja alle aus China, aber die einen halt beide eine extreme Innovationsgeschwindigkeit. Also teilweise haben wir ja jeden Monat ein neues Modell, ein neues Update und das ist halt eine Riesenherausforderung, weil diese Modelle nicht gleich sind. Das heißt, man kann jetzt nicht einfach, wenn wir jetzt so einem Content-Agent irgendein Modell zugrunde legen, was ist ich, GPT Version X, und dann kommt eine Version Y raus, dann kann der auf einmal bestimmte Dinge besser, aber manche auch nicht mehr. Oder er reagiert halt anders und das muss man halt als Softwarehersteller oder auch als derjenige, der Agenten selber erstellt oder auch einsetzt, permanent abprüfen. Das ist aber eine Aufgabe, die kann man managen, aber jetzt gehen halt die Modelle auch, sagen wir mal, „out of support“ relativ schnell. Das heißt, wenn wir jetzt heute ein Modell einsetzen, haben die teilweise eine Lebenszeit von, sagen wir mal, Jahr. Und das ist natürlich was, darauf muss man sich einstellen. Und wenn man da jetzt ein Businessmodell drauf abstellt, wird es halt irgendwann schwierig. Also das sehe ich momentan so ein bisschen als großen Stolperstein, diese Beständigkeit dieser Modelle. Ich bin jetzt ganz froh, wie man das so aus der Presse auch mitbekommen hat, dass jetzt viele Anbieter auch ein Stück weit dieses Wettrüsten auch mal ein bisschen die Geschwindigkeit versuchen, rauszunehmen, weil sie halt selber auch nicht mehr wissen, ob sie die Innovationsgeschwindigkeit noch so unter Kontrolle haben. Aber das auf jeden Fall für uns alle noch ein Thema.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja, ich bin mir sicher, wenn, wie du gesagt hast, eben gewisse Dinge dann nicht mehr gehen mit einem neuen Modell, das früher gegangen ist mit dem alten Modell – ich glaube, das ist schlimmer, als eben wenn einfach neue Funktionen dazu kommen. Also wenn die intelligenter werden, dann schadet das ja niemandem, aber wenn dann plötzlich etwas nicht mehr geht, dann hast du ein Problem,
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Mmh. Genau.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, absolut. Das sind auch wirklich so Herausforderungen, die wir auch in der Softwareentwicklung sehen. Ich meine früher, was du einmal programmiert hast, das war halt reproduzierbar, das hat das funktioniert. Außer du hast einen Fehler gemacht. Mit Modellen und neuronalen Netzen ist Input nicht immer der gleiche Output. Da muss man schauen, wo man das einsetzt, wie man es einsetzt und wie man dann solchen Fällen umgeht.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja, spannend, wirklich. Wie sieht es denn mit regulatorischen Anforderungen aus? Kannst du dazu noch was sagen? Es wird auch immer wieder diskutiert, die USA oder Trump will am liebsten nichts regulieren und die EU auf der anderen Seite will gerne alles regulieren. Überregulieren, ja genau.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja. Ja.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, absolut. Genau. Also das sind genau die zwei Themen. Also einerseits Chancen und Risiken. Ich sag mal, wir haben ja jetzt in Europa jetzt erst neuerlich den EU AI Act, mit dem wir uns auseinandersetzen. Der verpflichtet ja im Prinzip uns alle dazu, immer dem Kunden dem gegenüber sichtbar zu machen, dass KI zum Einsatz gekommen ist oder zum Einsatz kommt. Das ist auch absolut nachvollziehbar. Ich teile auch da irgendwo diesen Wunsch. Aber wenn man das jetzt mal sich praktisch überlegt, wir haben ja gerade zum Beispiel über den Product Content Agent geredet, der jetzt mal über alle Produktdaten rübergeht und jetzt einfach nur mal einzelne Attribute ergänzt. Wir können ja jetzt schlecht an jedes einzelne Attribut noch ein Klammern schreiben von KI hinzugefügt. Wir reden ja auch jetzt hier in deinem Podcast auch über Custom Experience. Einerseits stiften wir durch KI da in der Custom Experience definitiv Mehrwert. Und wenn wir es aber da ein bisschen übertreiben, dann nervt es dann auch irgendwie oder vielleicht verunsichert es auch den Kunden. Deswegen, da muss man schauen. Das müssen wir ja auch auf Bilder machen, in Konversationen müssen wir es anzeigen, dass da jetzt ein Agent antwortet und ich nicht Mensch. Da denke ich, ist es auch sinnvoll. Aber da müssen wir einfach mal schauen. Auf der anderen Art Weise gibt es auch die andere Regulatorik. Du kommst ja aus der Schweiz, wenn ich das richtig weiß.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Richtig.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Genau, wir hatten jetzt vorhin über den Gebrüder Limmert geredet. Die fokussieren sich ja primär auf Deutschland, Österreich und die Schweiz. Und die haben halt so Anforderungen von der Regulatorik kommend, dass sie so Produkte haben wie einen Schaltschrank. Der ist halt in Deutschland zugelassen und dann können sie den ganz Deutschland verkaufen. In Österreich ist es glaube ich auch so. Aber in der Schweiz gibt es zum Beispiel eine Vorschrift, dass diese Schaltkästen pro Kanton zertifiziert sein müssen und aber auch speziell auf diesen Kanton halt abgestimmt und naja, wenn man jetzt mal den Markt an sich der Schweiz sieht, der ist halt im Verhältnis zu jetzt zum Beispiel dem deutschen Markt relativ klein. Das heißt, wenn man sich früher entschieden hat, diese Regulatorik zu entsprechen, dann hat man halt irgendwo so ein Minimalprinzip gefahren. Und das hat natürlich in der Customer Experience sicherlich nicht dazu geführt, dass die Produktbeschreibung da jetzt wirklich auf dich perfekt zugeschnitten sind. Und das ist jetzt auf einmal halt möglich. Also die eine Seite hilft der Regulatorik und die Regulatorik steht manchmal der Innovation dann wieder auch im Weg. Müssen wir einfach schauen.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja, spannend. Jetzt haben wir uns im Gespräch so bisschen auf den Einkauf, die Supply Chain fokussiert bisher. Nicht nur - auch auf Vertrieb, aber mich würde jetzt eigentlich noch interessieren, wie es aussieht mit Agenten im Vertrieb im Sinne von, können die allenfalls Vertriebsmitarbeiter ersetzen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da keine Menschen mehr braucht in Zukunft. Kannst du dazu noch etwas sagen?
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, das ist eine sehr spannende Frage. Jetzt bin ich ja schon etwas länger in der Branche tätig. Ich weiß, als wir noch angefangen haben, vor 20, 30 Jahren Online-Shops einzuführen, haben wir davon gesprochen, dass wir irgendwie den Vertrieb, den klassischen Vorwerk-Vertreter, dass wir den irgendwie ersetzen werden durch so Online-Shops und Kundenportale. Ich meine, es gibt immer noch Vertriebsmitarbeiter – das hat sich jetzt nicht so eingestellt. Jetzt haben wir die nächste Innovationswelle, wo wieder potenziell im Raum steht, dass solche Mitarbeiter komplett durch die KI ersetzt werden. Müssen wir mal schauen. ich sag mal so, im Vertrieb ist unsere Erfahrung und auch irgendwie unsere Marschrichtung, unser Streben, dass wir den Vertriebsmitarbeitern ein Stück weit eigentlich die Zeit zurückgeben wollen, die er vorher nicht mehr hatte, um in die Kundeninteraktion zu gehen. Es ist heutzutage mit zig Aufgaben vertraut, Gespräche vorbereiten, Routen raussuchen, Sortimente kennenlernen, beraten und dann am besten auch alles nachdokumentieren und terminieren und so weiter. Also jedes Mal, wo dort Agenten halt jetzt helfen können, diesen Prozess, also diese Routineaufgaben irgendwie zu automatisieren und ich sag mal, den Mitarbeitern dort die Zeit zurückzugeben – das ist auf jeden Fall schon mal gut, weil dann kann er nämlich das machen, was er eigentlich richtig gut kann, das ich sage mal, ins Gespräch gehen, in den Dialog gehen, in den Kundenkontakt und genau, also das sehen wir dort.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Das heißt, jeder Vertriebsmitarbeiter, jede Vertriebsmiterarbeiterin hat einen persönlichen KI-Agenten, der ihn oder sie unterstützt.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, ich nicht nur einen, ich glaube sogar inzwischen mehrere und auch nicht nur alle von uns kommend. Ich meine, wenn man jetzt E-Mails schreibt und Outlook benutzt, da gibt es ja einen Co-Piloten von Microsoft und dann es ja noch, was weiß ich, den Claude und den, was weiß ich, ChatGPT und so weiter.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja natürlich. Auf der anderen Seite kann ich mir nicht vorstellen, dass du als Arbeitgeber den Vertriebsmitarbeitenden überlässt, mit welchen KI-Agenten sie zusammenarbeiten. Ich denke, das wird dann wahrscheinlich schon auch so reguliert oder vorgegeben, dass die halt mit einem oder zwei Agenten zusammenarbeiten, die halt auch freigegeben sind von der Unternehmung. Weil das hat ja immer auch mit Datenschutz zu tun und anderen Dingen.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ne, genau. Absolut.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, absolut. Also das war ja auch, was ich vorhin meinte, dass viele überrascht sind, wie viel KI schon im Einsatz ist, weil die Leute einfach angefangen haben, die Tools zu nutzen. Und genau das ist halt unsere Aufgabe, ich sag mal, ein Stück weit zu steuern und irgendwie in die Bahnen zu lenken, wie wir das wollen. Auf die andere Art und Weise sehen wir halt im Vertrieb auch einen Trend, dass – also erstens, gerade im B2B gibt es ja immer die Einteilung der Kunden in A-, B- und C-Kunden. Und ich sage mal ehrlich, nur die wirklich ertragsreichen A-Kunden werden momentan von Außendienstvertriebsmitarbeitern besucht. Und was wir jetzt gesehen haben über die letzten Jahre, dadurch dass wir unsere Sortimente, unsere Angebote online gestellt haben, werden halt immer mehr Kunden aus den anderen Segmenten, C-Segment, B-Segment, auf einen Hersteller, Marke aufmerksam und versuchen halt mit der Marke in Kontakt zu treten und die kommen dann oftmals eben nicht durch. Weil halt zu klein, der Vertriebsmitarbeiter hat keine Zeit oder in der Region gibt es vielleicht gar keinen Vertriebsmitarbeiter, auch international jetzt mal gesehen. Da ist halt eine Riesenchance. Also wenn man da Agenten im Vertrieb einsetzt, der dort Fragen beantwortet, der dort erst mal Anfragen aufnimmt und einfach mal an sich da ist. Das ist auf jeden Fall eine Riesenchance. Damit ersetze ich noch nicht den Vertriebsmitarbeiter, der trotzdem da ist. Also da muss man eben schauen als Unternehmen, wie man da im Prinzip so ein bisschen seinen Vertrieb so ausrichtet, dass er wirklich Chancen hebt und nicht irgendwie damit die Marke dann dort im Endeffekt beschädigt.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Aber Tatsache ist, dass es weit über Guided Selling hinausgeht, was man eigentlich schon ein paar Jahre kennt. Also dass diese KI-Agenten wirklich Vertriebsaufgaben übernehmen, eben beispielsweise bei den B- & C-Kunden.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Jaja, absolut.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Absolut, B- & C-Kunden, auch außerhalb der Geschäftszeiten zum Beispiel. Also wenn du sowas hast wie ein Callcenter, dann hast du ja typischerweise immer so Geschäftszeiten. Also der Klassiker ist ja, sie erreichen uns in unseren Geschäftszeiten von bis. Und wenn man jetzt aber international tätig ist, ja, dann was nützen mir zum Beispiel die Deutschen oder die Schweizer Kerngeschäftszeiten, wenn ich jetzt aus dem Ausland komme?
Daniel Renggli: Daniel Renggli Mmh.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Dann wird es wieder teuer und kompliziert. Da können auf jeden Fall auch Agenten schon mal Antworten entgegennehmen. Sei es in Zeiten, wenn der Vertriebsmitarbeiter oder der Call Center Agent nicht da ist oder vielleicht auch sogar eine Sprache, die sie aktuell gar nicht anbieten. Da gibt es wirklich super viele Anwendungsmöglichkeiten, die wir da sehen.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Hm.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja, schön. Vom Vertrieb zum Kundenservice siehst du da weitere Anwendungsmöglichkeiten. Was du jetzt gerade genannt hast, beispielsweise eben exotische Sprachen, die man halt abdecken kann mit einem guten Bot, ja früher, oder sagen wir, AI-Agenten jetzt, was ja früher so nicht möglich war, sondern man musste sich halt quasi in der Sprache unterhalten, die im Kundenservice gesprochen wurde.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Naja, das haben wir ja schon gerade gehabt. Was mir noch einfällt, ist jetzt ein aktueller Use-Case, dem wir arbeiten. Also gerade im B2B ist es tatsächlich erstaunlich, wie viele Bestellungen noch eingehen, eben nicht so über den Online-Shop. Klassisch denkt man da jetzt immer erstmal an Fax oder so. Aber in der Tat haben wir einen Kunden, Vanderlande aus Holland, die sagen, dass tatsächlich noch die Hälfte ihrer Bestellungen manuell nachkuratiert werden müssen, weil sie eben zum Beispiel als E-Mail im Call Center landen. Und das ist natürlich ein Riesenpotenzial. Momentan sitzen da natürlich Mitarbeiter, sei es Vertriebsmitarbeiter oder Vertriebs-Innendienst-Mitarbeiter oder Key-Accounter, die solche Anfragen entgegennehmen. die Idee ist, irgendwie, die Sachen, die sind ja irgendwo schon elektronisch, kommen ja schon an, sind ja verständlich, die auch wieder durch Agenten analysieren und aufbereiten zu lassen und da möglichst viele Bestellungen automatisiert zu erzeugen, wo jetzt momentan tatsächlich Mitarbeiter da sitzen. Da kann man sie ganz einfach ausrechnen, so einen Mitarbeiter, so eine E-Mail zu bearbeiten, Produkte nachzugucken – da sind ja zehn Minuten schnell vergangen und da kann man ja hochrechnen, wenn da einige hundert oder von mir ist auch nur Dutzende solcher Bestellungen am Tag reinkommen. Es ist ja total viel Arbeitszeit, die dabei drauf geht und die kannst du wiederum nicht in die Beratung stecken. Also das wäre definitiv was, wo ich auch noch mal einen Anwendungsfall sehe in der Zukunft.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja gut, das andere ist natürlich, dass man wahrscheinlich 80 % aller Kundenanfragen mit KI-Agenten abfangen kann. Ich meine, heute erreichst du den Kundenservice teilweise gar nicht über eine Hotline, also wenn du überhaupt eine Nummer findest.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Gar nicht. Ja, wenn eine Nummer findest. Absolut, ja.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Genau. Und so gesehen denke ich, dass eben Agenten, und ich habe das ja selbst schon erlebt, dass die mir schnell weiterhelfen konnten. diese gut gemachten Bots, die verstehen dich, die können dich auf die richtige Seite linken oder dir gleich eine Antwort liefern. Das eben, wie gesagt, das reduziert dann ja natürlich auch die Kosten.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Mhm.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja und manchmal sind es ja auch solche Fragen, also früher im Call-Center-Bereich immer so diese klassischen Fragen gehabt, where is my order, also wo ist meine Bestellung. So eine klassische Frage erzeugt erstmal Zeit und Kosten. Das versucht jetzt heutzutage jeder irgendwie durch irgendwie einen automatisierten Ansatz irgendwie umzusetzen. Aber auch sowas wie, ich habe jetzt ein Produkt und ich brauche jetzt irgendwie Hilfe bei dem Produkt. Ich meine, ein Agent kann ja auch die Anleitung schon lesen und weiß das dann. ich sage mal so, heutzutage sind ja Call-Center-Mitarbeiter, ja am ersten Moment erstmal, meistens kommen die ja gar nicht von der eigenen Marke, sondern ist ja ein Kostenblock, den man dann an Dienst lässt, das er gerne weitergibt. Und die Frage ist natürlich, wie geschult sind diese Mitarbeiter in der Marke, in den Produkten? Und ich sage mal, da sind die Agenten halt echt gut. Also dieses Wissen zu verinnerlichen und zu verkörpern und dann auch sogar vielleicht in der Tonalität, in der Sprache des Kunden, der Marke dann auch entsprechend zu antworten, also das ist eine Riesenschance.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Also die Agenten sind eigentlich die besseren Markenbotschafter.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, absolut. Also nochmal zurück vielleicht zu unserem Beispiel mit Gebrüder Limmert. Die haben jetzt so die Elektriker als ihren Kunden, die haben tatsächlich ihren Kunden diese kuratierten Texte dann zur Prüfung gegeben und haben halt festgestellt, dass die Elektriker zum Beispiel, die sind halt sehr auf Fakten aus. Also die wollen nicht viel Prosa, die brauchen halt harte Fakten. Und das kann man so dem Agenten halt beibringen, dass er die Texte so schreibt. Wenn man jetzt aber ein Großhändler ist und hat nicht nur Elektriker, was weiß ich, auch Installateure oder andere Sortimente, die brauchen möglicherweise ganz andere Texte, Und das ist halt eine Riesenschance. Man kann jetzt ja tatsächlich den Agenten beibringen und sagen, diese Sortimentsgruppe, beschreibst du so, die andere Sortimentgruppe beschreibst du so. Ich meine, theoretisch, ich denke, da wird die Reise hingehen, könnte man ja sogar auch fast schon die Texte für dich persönlich jetzt schreiben. Also für dich, Daniel, wenn man dich lang genug kennt und deine Präferenzen kennt. Da sind wir erst am Anfang. Aber auf jeden Fall für die Marke eine Wahnsinnschance als ein Risiko.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Hm.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja, alles sehr spannend. Wir müssen da leider langsam zum Ende kommen. Mich würde aber noch eins interessieren. Ich arbeite ja unter anderem auch mit Hase & Igel, einem vielfach ausgezeichneten Unternehmen für analytische KI im Bereich Marketing und Vertrieb, zusammen und weiß auch, dass Intershop ein Kunde von Hase & Igel ist. Kannst du erzählen, wozu und wie er da Neutrum.AI von Hase & Igel nutzt?
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, wir sind Partner und Kunde. Und das sind auch, glaube ich, die zwei Use Cases, die wir da unterscheiden. als Partner suchen wir halt im Markt irgendwie nach Spezialanwendungen, KI-Spezialanwendungen, die irgendwo ganz perfekt zu den Anforderungen unserer Kunden halt passen und wo wir das Rad nicht neu erfinden müssen. Und das haben wir tatsächlich in Neutrum gefunden. Da geht es darum, Wettbewerbsbeobachtungen, Marktpotenziale erkennen. Ich fasse das immer unter dem Stichwort Competitor Watchdog zusammen. Aufpassen, was der Wettbewerb. Das kann tatsächlich die Neutrum-Plattform par excellence gucken. Wer sind überhaupt meine Wettbewerber? Wofür geben Sie Ihre Media-Budgets aus? Ändert sich da irgendwas an den Parametern? Ändern Sie was am Sortiment? Gehen Sie in neue Märkte oder neue Sortimentsgruppen rein? Das ist immer so was, was unsere Kunden immer machen, diese Wettbewerbsbeobachtungen. Aber am Ende merken sie das immer meistens erst, wenn es zu spät ist. Und was jetzt die Neutrum-Plattform macht, dass sie so ein Stück weit versucht, in die Zukunft zu gucken, bevor eigentlich solche Trends eigentlich ersichtbar werden. Das ist halt so ein Wettbewerbsvorteil, das ist unschlagbar. Und wir selber, wir wollen halt Neutrum auch einsetzen, im Prinzip für den gleichen Use-Case, also auch Kundengruppen identifizieren, Kunden identifizieren, Absatzpotenziale, vielleicht auch in der Mediaplanung, Aussteuerung von Adwords und solchen Sachen. Also das ist wirklich tatsächlich ein sehr sehr wichtiger Partner für uns geworden.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Also ihr bietet das euren Kunden an, nutzt das aber auch selbst für eigene Zwecke.
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Genau, absolut ja.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja schön, dann zu meiner Frage zum Schluss. Wie siehst du die aktuellen Entwicklungen in Sachen KI? Wo geht die Reise hin?
Ronni Swialkowski: Ronni Swialkowski Ja, also ich denke mal das Wettrüsten, das wird jetzt nicht aufhören. Man braucht ja unheimlich viel Geld, erstmal solche Modelle zu trainieren und zu machen. Ich hoffe und denke, dass es irgendwo dahin geht, dass die Modelle irgendwie kleiner werden, dass sie auch, ich sag mal, vielleicht für kleinere Firmen trainierbarer werden, ohne jetzt dieses Riesenkapital zu brauchen. Ich hoffe und sehe auch, dass da Europa ein Stück weit jetzt auch nachrückt. Wo ich so bisschen meine Sorgen habe ist, stehen ja tatsächlich einige Berufe sogar auf dem Prüfstand. Wir haben über die Entwicklung schon gesprochen, aber auch die ganzen Kreativberufe. Content kreieren, Bilderstellung, Werbung im weitesten Sinne. Das wird schwierig, denke ich. Ich glaube, da müssen wir uns als Gesellschaft da irgendwo drauf einlassen und ein Stück weit neu erfinden. Und, hm, ja, ich selber, ich meine, ich bin ja auch Vater von zwei Kindern. Die Frage ist natürlich, was geben wir der neuen Generation mit? Was geben wir für einen Advice? Was soll es denn eigentlich jetzt studieren? Die Innovationsgeschwindigkeit ist so hoch geworden. Da muss man schauen. ich meine, wir haben das bisher immer als Gesellschaft gemeistert und wir werden auch das meistern. Und ich meine, wer KI mal einsetzt, sieht ja auch, was es für einen Spaß macht, was es für mehr Gewinn für einen selbst ist in der täglichen Arbeit. Und das würde ich jetzt auf jeden Fall eher positiv sehen, als nur einfach Angst zu haben. Aber wir müssen aufpassen. Auf jeden Fall.
Daniel Renggli: Daniel Renggli Ja, also ich teile deinen Enthusiasmus, aber genauso auch deine Bedenken – sehe ich genauso. Ja, vielen herzlichen Dank für dieses sehr lehrreiche, interessante Gespräch, lieber Ronni. Wenn Ihnen dieser Podcast gefallen hat, bewerten und abonnieren Sie ihn, es auf allen gängigen Kanälen zu finden. Vernetzen Sie sich mit mir und meinen Gästen auf LinkedIn und diskutieren Sie mit. Am einfachsten, indem Sie uns taggen bei Ihrem nächsten Post. Ich freue mich aber auch immer über persönliche Nachrichten. Bis bald.